„Keine Sternstunde der Demokratie”

Von: inla
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Düren. Die Dürener SPD hat am Mittwoch wie angekündigt die Sondersitzung des Stadtrates zum Thema „Hotelbau an der Stadthalle” kurz nach Beginn verlassen. Der Grund: An der Sitzung durften keine Zuhörer teilnehmen, wie es sich die SPD gewünscht hätte.

„Dann macht das alles keinen Sinn”, wetterte Ulf Opländer, Dürener SPD-Chef.

Und der Fraktionsvorsitzende Henner Schmidt sagte: „Das ist keine Sternstunde der Demokratie. Was haben Bürgermeister Larue und die CDU zu verbergen?”

Hintergrund der Sondersitzung, die auf Antrag der SPD einberufen wurde, ist der Stillstand der Arbeiten an der Stadthalle. Das Vier-Sterne-Hotel sollte eigentlich längst fertig sein.

Nach wie vor hat der Projektentwickler, der am Mittwoch anwesend war, keinen Geldgeber (wir berichteten mehrfach).

„Wir müssen uns dringend über Alternativen Gedanken machen”, sagten Schmidt und Opländer. So waren am Mittwoch auch Vertreter der Dürener Bürgerstiftung und Architekten gekommen. Die Gruppe will die Stadthalle als Kulturdenkmal erhalten und kann sich einen wirtschaftlichen Betrieb in Stiftungsform vorstellen. „Diese Überlegungen hätten wir dem Rat gerne vorgestellt”, sagte Gisela Hagenau, Vorsitzende der Bürgerstiftung.

CDU verweist auf Vertrag

Unterdessen hat Karl-Albert Eßer, der Vorsitzende der CDU-Fraktion, die nicht-öffentliche Sitzung verteidigt. „Es ist vollkommen klar, dass über das Thema Stadthalle nicht vor Publikum gesprochen werden kann, weil Verträge tangiert sind. Solche Sitzungen dürfen gar nicht öffentlich sein.”

Eßer verwies darauf, dass es mit der Parkhotel GmbH einen gültigen Vertrag bis Ende Februar 2011 gibt. So lange hat der Projektentwickler Zeit, dass Hotel fertigzustellen - noch zehn Monate.

Dass es einen erneuten Aufschub geben könnte, hält Eßer für unwahrscheinlich. Die Bereitschaft dazu sei in seiner Fraktion wenig ausgeprägt. „Ein Hotel an dieser Stelle hat für uns nach wie vor Priorität vor allen anderen Lösungen.”

Mit Verweis auf den laufenden Vertrag lehnte die CDU auch Gespräche mit der Bürgerstiftung ab.

Eßer: „Es wäre ein fatales Zeichen für mögliche Investoren, wenn sie mitbekämen, dass wir uns in dieser schwierigen Phase schon mit anderen Projekten befassen.”
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