Düren - Keine Antwort auf zentrale Fragen zur Nordschule

Keine Antwort auf zentrale Fragen zur Nordschule

Von: Dietmar Engels
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Die „Nachrichten” hatten zum „DN”-Talk eingeladen: Paul Larue, Pia Fuchs-Dransfeld, Hermann-Josef Geuenich, Verena Schloemer, Dagmar Nietan und Walter Norbisrath stellten sich den Fragen von Ingo Latotzki und Sandra Kinkel. Foto: Dietmar Engels

Düren. Sehr engagiert und zum Teil hoch emotional haben etliche Mütter und Väter in der vollbesetzten Turnhalle der Realschule Nord flammende Appelle zu Erhaltung der Schule an Rat und Verwaltung gerichte. So recht zufrieden war am Ende der ersten „DN-Talk”-Veranstaltung niemand - in erster Linie deshalb, weil es auf die drängendsten Fragen keine oder nur ausweichende Antworten gab.

Bestehen überhaupt noch Chancen die Realschule Nord zu erhalten? Wie soll die wahrscheinliche Zusammenlegung mit der Realschule Bretzelnweg von statten gehen? Was geschieht mit dem vorhandenen Gebäude, wenn die Realschule geschlossen wird? Bürgermeister Paul Larue sah sich außerstande, zu diesen Punkten konkret Stellung zu beziehen.

Dürre Aussagen

Nur so viel: Die Entscheidung falle in der Ratssitzung am 15. Dezember, es gebe „verschiedene Möglichkeiten” bei der Zusammenlegung beider Realschulen und bisher keine Überlegungen zur Zukunft des Gebäudes in der Schulstraße. Mehrfach wurden die entscheidenden Fragen im Laufe der dreistündigen Diskussion wiederholt, und jedes Mal gab es - mal mehr, mal weniger wortreich - die gleichen Antworten.

Hätte die Schule nicht als Allererste informiert werden müssen? Geuenich: „Dass die zuständigen Ämter vor Gesprächen mit den Betroffenen an die Öffentlichkeit gegangen sind, finde ich auch nicht glücklich.”

Die beiden „DN”-Moderatoren, Sandra Kinkel und Ingo Latotzki, fragten hartnäckig, um Konkreteres vom Bürgermeister und dem Schulausschussvorsitzenden Hermann-Josef Geuenich (CDU) zu erfahren - zum Leidwesen der versammelten Schulfamilie bisweilen vergeblich.

Pia Fuchs-Dransfeld, Leiterin der Realschule Nord, sagte zu drohenden Schließung: „Das wäre schmerzlich. Nord-Düren bricht dann sicher nicht zusammen, aber es würde natürlich etwas fehlen.” Im Übrigen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir müssen abwarten, was auf politischer Ebene passiert.” Dagmar Nietan, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, warnte davor, mit einer „Einzelentscheidung Fakten zu schaffen”. Die Sozialdemokratin: „Warum die Eile? Warum wartet man nicht wenigstens ab, bis der kreisweite Schulentwicklungsplan vorliegt?” Die städtische Schulpolitik müsse in ihrer Gänze betrachtet werden. Verena Schloemer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, meinte, das Sparziel von insgesamt elf Millionen Euro könne erreicht werden, ohne an der Bildung zu sparen: „Wäre man unseren Vorschlägen gefolgt, dann müsste überhaupt keine Schule geschlossen werden.”

Wiederholt wurden in der Debatte Vergleiche zwischen den beiden Realschulen in der Nordstadt gezogen, wobei die Realschule Bretzelnweg aus Sicht vieler Nordschuleltern (natürlich) schlechter abschnitt. Walter Norbisrath, Leiter der Realschule Bretzelnweg: „Auch unsere Schule leistet gute pädagoische Arbeit. Es geht völlig an der Sache vorbei, wenn versucht wird, die beiden Schulen gegeneinander auszuspielen.”


Da gibt es noch so etwas wie eine Schulfamilie

Der Schulpflegschaftsvorsitzende Stephan Gipperich sprach den meisten Anwesenden aus der Seele, als er auf die Besonderheiten der Realschule Nord hinwies: „Diese Schule ist überschaubar groß, hier kann man wirklich von einer Schulfamilie sprechen. Hier wird ganz hervorragende pädagogische Arbeit geleistet. Man muss sich nur das Leistungsniveau der Abschlussschülerinnen und -schüler ansehen.”

Sentimentale Töne schlug zum Ende des „DN-Talks” Marc Laskewitz an: Auf seinem Saxophon spielte er „When a kid loves a school”, besser bekannt als „When a man loves a woman”. Zu Beginn hatte er bereits zusammen mit den ehemaligen Schülern Joel Gipperich und Sebastian Dorn die Gäste musikalisch begrüßt.
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