Düren - Kein Public Viewing zur Frauen-WM geplant

Kein Public Viewing zur Frauen-WM geplant

Von: Burkhard Giesen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Wenn 22 Männer einer relativ kleinen Lederkugel von links nach rechts und umgekehrt hinterher rennen, die auch noch permanent mit Tritten traktieren, dann kommt bei vielen Menschen Freude auf.

Vor allem dann, wenn elf Deutsche gegen elf Ausländer antreten und dann auch noch gewinnen. Die Freude ist dann so riesig, dass sie in Euphorie ausartet. Speziell dann, wenn man das ganze noch als Turnier veranstaltet. Fußball-Weltmeisterschaft nennt sich das dann. Und bei der ist in Düren die Hölle los - jedenfalls dann, wenn das deutsche Team spielt. Beim Public Viewing auf dem Kaiserplatz wird kollektiv gejubelt, oder geweint - aber auf jeden Fall gemeinsam gefeiert.

Wenn 22 Frauen in diesem Sommer in Deutschlands Stadien zur Frauen-Fußballweltmeisterschaft der relativ kleinen Lederkugel von links nach rechts und umgekehrt hinterher rennen, dann wird es in Düren mit dem kollektiven Jubeln und Feiern nichts werden. Veranstalter Gerhard Suhr: „Es wird kein Public Viewing zur Frauen-WM geben. Ich habe von der Stadt eine Absage erhalten.”

Suhr hätte es allerdings nicht nur beim Public Viewing belassen. „Wir wollten Frauenkulturtage veranstalten und das Public Viewing integrieren.”

Kein Platz im Terminplan

Es passte schlicht nicht mehr in den Terminkalender und der Antrag kam auch recht spät, reagiert sinngemäß Helmut Göddertz, Sprecher der Stadt Düren. „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”, so Göddertz. Und zuerst kamen zum Beispiel der Dürener Jazzclub, der seine Jazztage in diesem Jahr vier Wochen früher veranstaltet (in der WM-Zeit) und die Woche der Militärmusik. Göddertz: „Der Rathausvorplatz ist natürlich eine hervorragende Fläche für Veranstaltungen. Aber wir müssen zum Schutz der Anwohner auch darauf achten, dass es nicht zu viele Veranstaltungen dort gibt.”

Und was wird nun mit dem kollektiven Glücksgefühl, wenn wir Frauen-Weltmeister werden? Frauenbeauftragte Gilla Knorr war jedenfalls enttäuscht, als sie erfuhr, dass es kein Public Viewing auf dem Rathausvorplatz geben soll: „Das ist sehr schade. Ich finde, es wäre mehr als angemessen gewesen, zumal gerade im Kreis Düren der Frauenfußball einen hohen Stellenwert hat.”

Eine kleine Chance gibt es allerdings noch. DSB-Chef Richard Müllejans hat derzeit zwar noch keine Pläne, am Badesee ein Public Viewing anzubieten, weil er das Interesse daran nicht wirklich einschätzen könne. Aber: „Wenn jetzt viele Dürener kämen und sagen würden, wir wollen das aber unbedingt, dann würden wir auch versuchen, das umzusetzen.”
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