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Kein Kraftwerk, keine Leitung

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Heimbach. Der Rat der Stadt Heimbach hat sich in der letzten Sitzung des Jahres mit der Netzanbindung für das Wasserspeicherkraftwerk am Rursee befasst. Es zeigte sich, dass durch den sonst immer in großer Harmonie agierenden Rat der Stadt neuerdings ein Riss geht: Die beiden grünen Stadtvertreter stimmten nämlich erneut anders als die Mehrheit aus CDU, SPD, FDP und UWV.

Wie schon mehrfach berichtet, ist für den Betrieb des geplanten Kraftwerks der Trianel GmbH eine 380-kV-Netzanbindung an das überregionale Stromnetz erforderlich. Die Einspeisung in die Leitung Oberzier-Dahlem-Niederstedem sollte zunächst östlich von Vlatten erfolgen. Dazu war zunächst von Trianel eine Kombination aus Erdleitung und Freileitung vorgestellt worden.

Der Heimbacher Rat hat sich gegen das Pumpspeicherkraftwerk ausgesprochen. Unter der Voraussetzung, dass - gegen ihren Willen - der Rursee doch in das Unterbecken eines solchen Kraftwerks verwandelt würde, haben sich die Ratsvertreter in einer der ersten Entscheidungen dafür ausgesprochen, dass dann die Netzanbindung ganz und gar unterirdisch verlaufen soll.

Trianel erhielt danach Anregungen aus der Bevölkerung, suchte eine neue Trasse und leitete ein neues Raumordnungsverfahren ein. Die aktuell bevorzugte Trasse soll folgenden Verlauf haben: Vom Energieableitungsstollen bei Simmerath-Gerstenhof entlang der L 218 bis Schmidt, dort durch Scheidbaum, dann abwärts durch das Odenbachtal Richtung Blens und weiter bis nach Hausen mit Querung der Rur und der Landstraße. Dann durch die Hausener Straße bis zum Abzweig Am Müllenberg, von hier aus zum Sünderstal und zur K48 und von dort bis westlich Wollersheim, wo die Einspeisung erfolgen soll.

Zu diesem Trassenverlauf darf die Stadt Heimbach sich gegenüber der Genehmigungsbehörde äußern, darf Bedenken und Anregungen vorbringen. Dass man in Heimbach das Pumpspeicherkraftwerk wegen nicht abzusehender Folgen für die Bevölkerung, den Tourismus, die Wasserwirtschaft, den Sport und die Natur ablehnt, wurde in der Sitzung betont.

Auch die aktuelle Planung der Leitungstrasse wurde mehrheitlich abgelehnt. Die Gründe: Es sei nicht absehbar, welche gesundheitlichen Gefahren für die Bevölkerung bestehen. Es sei nicht geklärt, welche Auswirkungen die elektromagnetischen Felder, die angeblich von der Leitung ausgehen, auf den Menschen haben. Es wird zudem bezweifelt, dass die Erdverkabelung über eine so lange Strecke technisch überhaupt möglich ist. Es sei schließlich noch nie eine 380-kV-Leitung in dieser Länge als Erdkabel verlegt worden. Die enge Hausener Straße sei zudem unterirdisch ohnehin schon randvoll mit Kanälen und Leitungen.

Arno Krischer (Grüne) wies auf einen Wiederspruch hin: Zuerst habe der Rat ein unterirdisches Kabel gefordert, jetzt werde dies abgelehnt. Außerdem sei es völlig unbewiesen, dass von der Trasse eine Gefahr für den menschlichen Organismus ausgeht. „Wenn dafür Beweise kommen, dass die Trasse gefährlich ist, dann sind wir auch dagegen“, so der Grüne.

„Wie ist es nur möglich, dass Sie diesem Kabel durch einen Ort zustimmen können?“, zeigte Bürgermeister Bert Züll echte Verwunderung. Auch die Fraktionssprecher von CDU, SPD, FDP und von UWV bekräftigten in Redebeiträgen nochmals ihre Ablehnung des Projekts.

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