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Kastelruther Spatzen von Dürener Fans gefeiert

Von: Andreas Bongartz
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Die Kastelruther Spatzen zogen am Wochenende 2000 Zuschauer in die Kreis-Arena. Foto: Andreas Bongartz

Düren. „Es war einmal vor langer Zeit„ in einer weit, weit entfernten Galaxie. Warum bloß international, wenn man sich auch gleich universal orientieren kann? Das mögen sich wohl die Kastelruther Spatzen gedacht haben, als sie sich für einen Konzertbeginn entschieden haben, der nicht pompöser hätte ausfallen können.

Vom Band erschallt die Filmmusik eines bekannten Science-Fiction-Epos, während sich der Blick der Zuschauer auf die großen Leinwände über der noch verwaisten Bühne richtet. Dort zu sehen: Das Weltall, dann der blaue Planet, Zoom-in auf Europa, Italien und schließlich ein malerisches Örtchen namens Kastelruth.

Die Perspektive aus dem All auf die Südtiroler Heimat der Volksmusik-Stars ist allerdings nicht das Einzige, was dazu beiträgt, das Konzert zu einer Begegnung der dritten Art werden zu lassen.

So bemüht eine Stimme aus dem Off die Märchen-Illusion und gibt den mehr als 2000 anwesenden Konzertbesuchern zu verstehen, worauf sie sich freuen können: „Es ist die unglaubliche Geschichte eines einmaligen musikalischen Erfolges, den sieben Freunde, die aus reiner Freude musizieren, erreicht haben”, heißt es da.

Und dann beginnt auch schon vor einer Papp-Südtiroler-Alpenkulisse das eingangs versprochene musikalische Feuerwerk: „Herz gewinnt, Herz verliert”, singen die Spatzen um Norbert Rier. An diesem scheinen die vergangenen 25 Jahre sensationeller Erfolgsgeschichte jedoch nicht ganz spurlos vorbei gegangen zu sein. Der Chef der Volksmusik-Ikonen wirkt saft- und kraftlos, schließt bei Ansagen und Liedern schon mal länger die Augen und lässt generell musikalische Leidenschaft vermissen.

Den Fans ist das egal, sie feiern ihre Stars enthusiastisch. Fragt man die Besucher, warum sie zum Konzert gekommen sind, erntet man ungläubige Blicke: „Für die Kastelruther Spatzen natürlich” sagt etwa die 87-jährige Maria Becker aus Linnich.

Weil die Kastelruther Spatzen so schön singen und schöne Musik machen würden und weil die Landschaft in ihrer Heimat so schön sei. Für die Jugend sei das aber nix, meint die Seniorin.

Da scheint sie wohl recht zu haben, das Publikum in der restlos ausverkauften Arena Kreis Düren ist ausnahmslos schon etwas betagter.

Auch Irene Mathar und ihre Freundinnen. Die 60-Jährige und ihre Bekannten haben im vergangenen Jahr den Kastelruther Spatzen-Fanclub Nordeifel gegründet und sind mit Buttons und Transparent bestens auf das Konzert vorbereitet.

„Ohne Fanartikel kommen wir doch nicht hier hin”, sagt Frau Mathar und lacht. So hat sie unter anderem Fotos von den Kastelruther Spatzen dabei, eines zeigt Norbert Rier mit Pferd. „Ein schöner Mann, nicht?”, möchte Irene Mathar wissen.

Und natürlich hat der Fanclub auch das eine oder andere Präsent für die Spatzen parat. Das haben im übrigen einige der Besucher. Immer wieder kommen Fans zum Rand der Bühne und bringen Norbert Rier kleine Blumensträuße, aber auch das scheint den Bandleader nicht aus seiner Lethargie zu reißen. An Mikro und Blumen hält sich der Sänger fest und es scheint fast so, als ob er sich zurück nach Kastelruth wünscht.
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