Kartoffelanbau: Der Kampf mit dem Kaufverhalten

Von: bugi
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ARCHIV - Eine Kartoffel liegt auf einer Hand in Berlin (Archivfoto vom 12.10.2006). Infolge illegaler Preisabsprachen bei Kartoffeln soll deutschen Verbrauchern und Bauern nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» («SZ»/Samstag) ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro entstanden sein. Foto: Gero Breloer dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Kreislandwirt Erich Gussen aus Jülich. Foto: Wolters

Kreis Düren. Hat ein Kartell über Jahre hinweg auf Kosten von Verbrauchern und Landwirten die Preise für Kartoffeln künstlich hoch gehalten? Eine Frage, die Kreislandwirt Erich Gussen natürlich nicht beantworten kann. „Betriebe, die die Kartoffeln abnehmen, stellen meist auch das Saatgut zur Verfügung. Wenn die Vorwürfe der Preisabsprachen stimmen sollten, wären wir im Kreis Düren auch betroffen“, versucht sich Gussen in einer vorsichtigen Einschätzung.

Angaben, wie viel Geld den Landwirten da möglicherweise vorenthalten wurden, kann Gussen natürlich nicht machen.

Hinweise auf Preisabsprachen habe es keine erkennbaren gegeben, sagt Gussen. Vielleicht auch deshalb, weil der Preis jedes Jahr aufs Neue von der Menge abhängig ist. Gussen: „Natürlich gibt es Kollegen, die in der Vergangenheit den Eindruck hatten, dass bei der Abnahme der Kartoffeln preislich auch schon mal mehr hätte drin sein können“, das habe aber nach Ansicht des Kreislandwirtes eher mit etwas ganz anderem zu tun: „Wie bei anderem Obst und Gemüse auch, wird der Preis nach der Qualität bestimmt. Da gibt es dann Abzüge, wenn Kartoffeln noch grün sind, Schorf haben oder zu groß sind. Diese Qualitätsabzüge sorgen für viel mehr Diskussionen bei den Landwirten. Erst recht bei denen, die im Vertragsanbau einen Kontraktpreis vereinbart haben.“

Auf rund zehn Prozent der Ackerflächen im Kreis Düren werden Kartoffeln angebaut, im Nordkreis deutlich mehr als im Südkreis. Das nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Höhenlagen.

Kaufverhalten bestimmt

Zu kämpfen haben die Landwirte nicht so sehr mit möglichen Kartellen, eher noch mit dem Kaufverhalten der Verbraucher. Gussen: „Alles was nicht astrein aussieht, nimmt der Verbraucher nicht ab. Bei Obst und Gemüse ist das extrem, bei Kartoffeln aber nicht viel anders. Und was der Verbraucher später nicht kauft, nimmt auch der Handel nicht ab. So setzt sich das fort.“

Mit Rohprodukt besser dran

Einen ganz anderen Trend hat Erich Gussen in den letzten Jahren noch ausgemacht: „Der Verbraucher setzt immer stärker auf Convenience-Produkte. Da werden aus Bequemlichkeit die fertigen Bratkartoffeln, Fritten oder das Kartoffelpüree zum Anrühren gekauft. Wer kostenbewusst einkaufen will, ist mit dem Rohprodukt besser dran. Und die gibt es am günstigsten beim Direktvermarkter.“

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