Karnevalsvereine: Zugpauschale abgeschmettert

Von: Sandra Kinkel
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Düren. Peter Schmitz ist neuer Vorsitzender des Festkomitees Dürener Karneval. Wie bereits berichtet, war Peter Körner, der in den vergangenen drei Jahren Präsident war, nicht mehr zur Wahl angetreten.

Ein Prinzenpaar für die Session 2012/2013 ist nach der Rücknahme der Kandidatur von Helmut und Britta Leister durch die Rölsdorfer Karnevalsgesellschaft „Kick ens” (die „DN” berichteten) nicht gefunden. Zu den exakten Gründen wurde bei der über drei Stunden dauernden Jahreshauptversammlung am Dienstag Abend nichts gesagt.

Schon in der vergangenen Session musten die Dürener Karnevalisten ohne Narrenherrscher feiern, und das, obwohl Peter Körner betonte, über hundert mögliche Prinzen-Kandidaten angesprochen zu haben. Gleichwohl wollen Peter Schmitz und seine neuen Präsidiumskollegen alles daran setzen, noch ein Prinzenpaar zu finden. Der Imageschaden, so die einhellige Meinung der Karnevalisten, sei sonst für eine Stadt wie Düren zu groß.

Wie bereits im vergangenen Jahr stand auch am Dienstag wieder die Satzungsänderung in Sachen „Zug-Groschen” auf der Tagesordnung des Festkomitees. Um die Finanzierung des Dürener Karnevalszuges zu gewährleisten, sollte entschieden werden, dass ab dem kommenden Jahr jede Gesellschaft eine Pauschale von 150 Euro pro Jahr für den Umzug zahlt. Der „Zug-Groschen”, der bisher erhoben worden war, richtete sich in seiner Höhe nach der Zahl der Mitglieder in einem Verein. Mit dem Zug-Groschen lassen sich die ständig steigenden Kosten für den Zug nicht mehr decken.

Und die Kosten für den Karnevalszug sind wirklich immens. Allein in diesem Jahr, so Festkomitee-Präsident Dr. Günter Peters, habe der Dürener Karnevalszug knapp 15.000 Euro gekostet. Allein 13.000 Euro haben die Musikkapellen, die am Zug teilgenommen haben, gekostet. Hans-Werner Gasper von den „Bedrövde Jecke” in Arnoldsweiler sprach sich deutlich gegen die 150-Euro-Pauschale aus, genau wie Klaus Klabunde von den „Echtzer Seehexen” und Rudolf Schwalbach von der Karnevalsgesellschaft „Stieve Hot” aus Merken.

Gasper: „Das Festkomitee sollte die Ausgaben reduzieren und nicht die Beiträge erhöhen.” Falls die Satzungsänderung entschieden würde, habe er einen Mitgliedsentscheid seiner Gesellschaft, dass die „Bedrövden Jecken” das Festkomitee verlassen würden, drohte Gasper ziemlich deutlich mit Austritt. Und auch Rudolf Schwalbach betonte, dass seine Gesellschaft mit nur 74 Mitgliedern die 150 Euro nicht zu zahlen in der Lage sei. „Es geht einfach nicht”, so Schwalbach.

Über die Satzungsänderung wurde in geheimer Wahl entschieden, 22 der 48 anwesenden, stimmberechtigten Karnevalisten stimmten mit Ja, immerhin 16 mit Nein. Die für eine Satzungsänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit war damit nicht erreicht. Eine 150-Euro-Pauschale für den Karnevalszug wird es nicht geben.

Für Bernd Schmidt, der zu diesem Zeitpunkt noch Vize-Präsident des Festkomitees war, völlig unverständlich. „Wenn ihr nicht in der Lage seid, euren Dorf-Arzt oder Dorf-Apotheker zu mobilisieren, euch 150 Euro zu geben, ist euch nicht mehr zu helfen.” Die Retourkutsche von der Versammlung bekam Schmidt, der übrigens selbst Apotheker ist, umgehend. Bei der Wahl der drei Vize-Präsidenten des Festkomitees wurde der Dürener nicht mehr gewählt.

In seinem Grußwort sprach Rolf-Peter Hohn, Präsident des Regionalverbandes Dürener Karneval, von einer „wichtigen Versammlung mit großen Tagesordnungspunkten”.

Er ermahnte die Mitglieder des Festkomitees, sich zu überlegen, wie das Amt des Prinzenpaares der Stadt Düren anders gestaltet werden könnte. „Es muss finanziell möglich sein”, so Hohn, „dass jeder Karnevalist sich den Wunsch, Prinz zu werden, erfüllen kann.”

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