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„Karneval feiern und gleichzeitig etwas lernen“

Von: kin
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Günter Leitner begeisterte bei der zehnten „Närrischen Akademie“ als Lehrer Welsch. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Die Liedtexte hat Helmut Schiffer schon unter die Lupe genommen. „Ich kann alle Strophen mitsingen“, sagt Schiffer, einer von knapp 300 Studenten, die am Sonntagmorgen zu Semester 19 und 20 der Närrischen Akademie ins Haus der Stadt nach Düren gekommen sind.

Schiffer hat bisher keine Ausgabe der „Närrischen Akademie“ verpasst – und ist immer noch begeistert. „Hier werden hervorragende und sehr bekannte Persönlichkeiten aus Köln als Lehrer Welsch eingeladen“, sagt er. „Ich finde es eine gute Mischung, wenn man Karneval feiern und gleichzeitig etwas lernen kann.“ Helmut Schiffer ist mit seiner Frau und acht Freunden ins Haus der Stadt gekommen.

Er freut sich auf den Tag mit Günter Leitner, dem Lehrer Welsch in diesem Jahr. Leitner ist Kunsthistoriker und Historiker, er kennt die Domstadt und das Wesen der Kölner wie seine Westentasche: Beruflich leitet er ein Unternehmen, das Stadtführungen und Kölnwanderungen anbietet. Außerdem ist ihm der Karneval seit frühester Kindheit tief vertraut. Seit 1990 ist Leitner aktives Mitglied der „Kölsche Funke rut-wieß“, der ältesten Corpsgesellschaft in Köln.

Bei der „Närrischen Akademie“ gab es mit Günter Leitner einen virtuellen Rundgang durch Köln. Dabei besuchten die Studierenden das Grab des Lehrer Welsch, es ging um Agrippina und die römischen Wurzeln der Stadt, das Mittelalter, Karneval im 19. und natürlich auch um Köln im 21. Jahrhundert. „Amüsieren Sie sich gut, lernen Sie‘was, vergessen Sie es nicht“, gab Leitner seinen Studenten mit auf den Weg.

Sein Unterricht, so der „Lehrer Welsch“, sei interaktiv. „Wir wagen neue Unterrichtsformen“, schmunzelt Leitner und machte sich mit seinem Funkmikrofon ab und zu auf den Weg ins Publikum. Leitner suchte das Gespräch mit seinen Studenten, er forderte sie aber auch zum Mitsingen auf („Das ist hier keine Erholungsparty. Wir sind im Unterricht!“). Helmut Schiffer ist begeistert. „Es macht Spaß. Und ich finde es toll, dass man hier komplette Lieder singen kann und eben nicht nur den Refrain. Die ‚Närrische Akademie‘ ist eine meiner liebsten Karnevalsveranstaltungen.“

„Großer Erfolg“

Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Sitzungskarneval hatte vor mehr als zehn Jahren Professor Dr. Herbert Schmidt, Präsident der ausrichten Karnevalsgesellschaft „Närrische Nord-Dürener“ und „Pedell“, also Hausmeister, der Akademie. „Mit so einem großen Erfolg hätte ich nicht gerechnet“, so Schmidt. „Und ich hätte auch nicht gedacht, dass es die Närrische Akademie so lange geben wird.“

Deswegen grämt sich Schmidt auch nicht, dass von 400 Plätzen nur knapp 300 belegt waren. „Damit können wir immer noch zufrieden sein. Ich freue mich, dass heute so viele Erstsemester dabei sind.“ Für die 11. „Närrische Akademie“ habe er schon viele Ideen. „Dann wollen wir noch einmal so richtig feiern.“ Am 18. Januar 2015. Dann ist auch Helmut Schiffer ganz bestimmt wieder mit von der Partie.

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