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Kampf gegen IS-Terrormilizen: Medikamente statt Waffen

Von: sj
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Fatma Baliboz-Bezgin, Ayfer Iscen und Azize Ugurlu gehören dem Kurdischen Kulturverein an und organisieren Bildungsangebote. Foto: Johnen

Düren. Die Kurden können jede Hilfe gebrauchen, um die Angriffe der IS-Terrormilizen abzuwehren, findet Ayfer Iscen. „Aber wir brauchen keine deutschen Waffen“, ist die Vorsitzende des Kurdischen Kulturvereins in Düren mit Blick auf die Lage der Kurden im Nordirak und Syrien überzeugt.

Von der Bundesregierung wünscht sich Iscen vielmehr „Medikamente und Hilfsgüter“ – und vor allem mehr Einsatz und Unterstützung an einer ganz anderen Front. „Solange die Hintermänner des Islamischen Staates auch in Deutschland die Jugendlichen aufsammeln und Gelder auftreiben, wird keine Waffenlieferung der Welt den Kurden helfen“, betont sie. „Der Islamische Staat ist auch in Deutschland aktiv – davor dürfen wir nicht die Augen verschließen“, warnt sie.

Zu lange schon hätten die Terrormilizen unterhalb des Radars der öffentlichen Wahrnehmung in Europa und den USA „gewütet“ und „bestialische Taten“ vollbracht. „Wir alle wollen die Stimmen für die Frauen erheben, die verschleppt worden sind, damit sie nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Fatma Baliboz-Bezgin vom Kulturverein. Azize Ugurlu berichtet von Flüchtlingen aus Syrien, die „nur mit der Kleidung an ihren Körpern dem Tod entkommen sind“ und nun Zuflucht in Düren gefunden haben. Der Kulturverein versuche, sich um die Menschen zu kümmern, ihnen bei der Versorgung auch der seelischen Wunden zu helfen, sagt Ayfer Iscen. Doch gelte das Augenmerk des Vereins auch den Kurden in den von den Terrormilizen belagerten Regionen.

Der Dürener Kulturverein unterstützt das Düsseldorfer „Kurdische Frauenbüro für Frieden“ bei der humanitären Hilfe für den Norden Syriens und ruft zu Spenden auf (IBAN: DE14 3005 0110 1004 4397 14, BIC: DUSSDEDDXXX, Stichwort: Spende für Sengal). Gleichzeitig sammeln die Vereinsmitglieder in Düren Kleidung sowie Einrichtungsgegenstände für Flüchtlinge. Informationen erteilt Fatma Baliboz-Bezgin unter Telefon 0178/ 1762395.

Seit den 90er Jahren gibt es den Verein in Düren, etwa 2500 Kurden leben in der Kreisstadt. „Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, dass die Kurden nicht ihre Identität verlieren. Gleichzeitig helfen wir den Familien, sich in der Stadt zurechtzufinden, sich zu integrieren“, erklärt Ayfer Iscen. Dazu bietet der Verein unter anderem eine Hausaufgabenhilfe an. Ab Mitte September startet ein Bildungsangebot für Frauen. Auf der Agenda stehen beispielsweise Sprachkurse und Vorträge rund um pädagogische Themen. Alle zwei Wochen soll es ein Angebot im Kulturhaus an der Rütger-von-Scheven-Straße geben.

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