Schmidt/Arnoldsweiler - Kampf gegen Ebola: Keine Angst, aber großen Respekt

Kampf gegen Ebola: Keine Angst, aber großen Respekt

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Menschen in der Krisenregion sind oft auf medizinische Hilfe der Weltgemeinschaft angewiesen. Foto: Stock/Xinhua
Ebola Düren Helfer
Mario Lennartz aus Schmidt und Dirk Fassbender aus Arnoldsweiler wollen in der Krisenregion helfen. Foto: gkli, privat

Schmidt/Arnoldsweiler. „Die Menschen brauchen unsere Hilfe. Das steht im Mittelpunkt – sonst nichts.“ Dirk Fassbender aus Arnoldsweiler ist 42 Jahre alt und arbeitet als Rettungsassistent beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Derzeit bereitet er sich auf einen schwierigen und gefährlichen Einsatz vor: Fassbender fliegt nach Afrika, um dort zu helfen, die Seuche Ebola einzudämmen.

Tausende Menschen sind in Afrika schon gestorben, unzählige infizieren sich jeden Tag. Nahezu ungehindert breitet sich die Seuche in Entwicklungsländern wie Liberia aus. Mit Dirk Fassbender und Mario Lennartz aus Schmidt bereiten sich zwei DRK-Mitglieder darauf vor, in die Krisenregion zu fliegen. Wie es aussieht, werden sie sich um den Aufbau eines Krankenhauses und um die Trinkwasserversorgung kümmern.

Zu den Vorbereitungen gehört ein zweitägiges Seminar im missionsärztlichen Institut in Würzburg. Der Kurs besteht aus Theorie und praktische Übungen. Die Teilnehmer üben unter möglichst realen Bedingungen unter anderem den Umgang mit Schutzanzügen und das Arbeiten am Patienten. Erfahrene Trainer, die mit „Ärzte ohne Grenzen“ im Ebola-Einsatz waren, schulen die Kursteilnehmer.

Sachlich berichtet Mario Lennartz über das, was sich für ihn in den kommenden Wochen abzeichnet. Der 47-jährige Diplom-Ingenieur arbeitet hauptberuflich beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn. Mario Lennartz hat eine feste Partnerin, Kinder hat er keine.

2010 absolvierte er bereits zwei Einsätze in Krisengebieten. In Haiti baute er über vier Wochen nach einem Erdbeben ein Krankenhaus mit auf. Das damals provisorisch errichtete Haus ist inzwischen eine reguläre Einrichtung. In Pakistan sorgte er sechs Wochen lang für den Aufbau einer Trinkwasserversorgung.

Dirk Fassbender ist ledig und kinderlos, er hat eine Ausbildung zum Trinkwasser-Aufbereiter. Das Profil beider Rettungskräfte ist in einer Datenbank gespeichert. Die Kartei wird, wenn es eine Krisenlage gibt, nach passenden Rettungskräften gescannt.

Noch steht nicht genau fest, in welchem Land der Einsatz stattfindet. Ein DRK-Erkundungsteam prüfe zwei mögliche Standorte, einen in Sierra Leone, einen in Liberia. „Es wird wohl Liberia werden“, vermutet Mario Lennartz. Er rechnet damit, in zwei Wochen abzureisen. Dirk Fassbender, der noch nie einen Einsatz in einem Krisengebiet abgeleistet hat, rechnet mit einem Start in vier Wochen.

Beide DRK-Mitglieder gehen freiwillig. „Es handelt sich um einen besonders belastenden Einsatz. Aber das DRK würde niemanden in den Einsatz schicken, wenn das Risiko zu hoch wäre“, unterstreicht Lennartz. „Manchen Mitarbeitern gehen die Vorbereitungen fast zu langsam vonstatten“, erzählt Fassbender. Das sei aber gerade in diesem Fall besser als eine spontane Reaktion. Angst habe er keine, aber großen Respekt.

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