Heimbach - Kabinettstücke der Kammermusik erklingen in Burg Hengebach

Kabinettstücke der Kammermusik erklingen in Burg Hengebach

Von: Gudrun Klinkhammer
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Absolventen des Musikgymnasiums in Montabauer gastierten erfolgreich in Heimbach auf Burg Hengebach. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. „Und küssen wollt‘ ich sie. Jedoch sie sprach, sie würde schreien. Es sei vergebene Müh.“ Derartige Worte vertonte der Komponist Ludwig van Beethoven in seinem Lied „Der Kuss“ (op. 128). Dieses Kabinettstück der Kammermusik erklang bei einem wunderschönen Konzert auf Burg Hengebach in Heimbach.

Schüler des Musikgymnasiums in Montabauer, die allesamt bereits am Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Bundesebene teilgenommen haben, gastierten im gut besuchten Palas der Burg.

Johannes König (Bariton) und Clemens Becker (Klavier) hoben das amüsante Lied „Der Kuss“ auf den Programmzettel. Während der Pianist dem Werk mit gut ausgespielten Verzierungstechniken wie Triller, Tremolos und Läufen klangliche Dramatik verlieh, sang Johannes König mit angenehm unforcierter Stimme die Arietta von einem Mann, der eine Frau küssen möchte. Zum Glück geht die Geschichte gut aus und endet mit einem kessen Dur-Akkord.

Absoluter Klassiker der Kategorie „Kammermusikbesetzungen“ ist das Streichquartett. Laura-Marie Bittniok (Violine), Conrad Schorn (Violine), Paula Kaever (Viola) und Christoph Maurer (Violoncello) legten in Heimbach die Noten des ersten Satzes des Streichquartetts e-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy auf die Pulte. Das Werk ist hochvirtuos und sehr anspruchsvoll.

Einige Takte lang benötigten die Akteure, um in ein gemeinsames Zusammenspiel hineinzufinden. Schwächen, was die Intonation betrifft, waren zu Beginn des Werkes nicht zu überhören. Nach der Zeit des Zusammenfindens lieferten die vier Streicher eine ausgezeichnete Leistung ab. Die erste Violine übernahm selbstbewusst die Führung, stellte schwingende Themen vor, die dann die anderen Stimmen durchliefen. Pizzicato, also weich gezupfte Saiten, steuerte das Cello bei und sorgte so für einen hübschen akustischen Kontrapunkt.

Ein nahezu professioneller Auftritt gelang Tabea Mahler (Sopran), die von Wolfgang Grandjean (Klavier) begleitet wurde. Mit vier Kunstliedern der Komponistin Clara Schumann überzeugte sie das Publikum. Hohe Töne gelangen im Pianissimo, große Intervalle leichtfüßig und elegant etwa im Titel „Warum willst Du andere fragen?“. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten immer wieder herzlichen Applaus.

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