K 29: Grüne kritisieren das Bauprojekt des Kreises

Von: Ottmar Hansen
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Hans-Bert Schruff, Gudrun Zent
Hans-Bert Schruff, Gudrun Zentis, Verena Schloemer und Bruno Voß (v.l.) kritisieren die Pläne zum Bau der Foto: Ottmar Hansen

Düren/Kreuzau. Der Kreis Düren plant, mit dem Bau der neuen Kreisstraße 29 eine Verbindung zwischen Kreisstraße 27 und Landesstraße 249 zu schaffen. Für die Grünen von Stadt und Kreis Düren ein völlig überflüssiges Projekt.

Wer derzeit von der K 27 bei der früheren Mülldeponie Horm Richtung Kreuzau abbiegt, muss eine kurvenreiche Tour durch den Kreuzauer Ortsteil Schneidhausen in Kauf nehmen. Vorbei an zwei größeren Unternehmen, bis er in Höhe der Aral-Tankstelle die L 249 und den Ortseingang von Kreuzau erreicht.

Die Planungen im Kreishaus sehen vor, mit der K 29 eine Ortsumgehung von Schneidhausen zu bauen. Ursprünglich war geplant, die Straße bis zum Tierheim in Düren durchzuziehen, doch an dieser Stelle hat die Stadt Düren bereits ein neues Baugebiet ausgewiesen. So müsste die neue K 29 zwischen Düren und Kreuzau auf der L 249 münden.

Doch so einfach, wie sich das Projekt auf dem Papier darstellt, ist es nicht. Die neue Straße würde durch die geschützte Ruraue geführt. Sie müsste die Rur überqueren, eine Brücke musste gebaut werden. Eine zweite Brücke wäre erforderlich, um die Gleise der Rurtalbahn zu überqueren. Und dann ist da ja noch der Mühlenteich.

Im Bauausschuss des Kreises wurden unlängst drei verschiedene Varianten der geplanten Straße vorgestellt. Auf Basis des Kreisverkehrsgutachtens wurde errechnet, dass nach Bau der K 29 statt 4720 nur noch 1490 Kfz täglich durch Schneidhausen rollen würden.

Nicht berechnet sind bislang die Kosten der Maßnahme, die sich mit besagten Brückenwerken in mehrfacher Millionenhöhe bewegen würden. Derzeit läuft bereits ein Umweltverträglichkeitsgutachten, das auch nicht zum Nulltarif zu haben ist. Die Gemeinde Kreuzau unterstützt den Planungsvorstoß, die Stadt Düren steht dem Vorhaben negativ gegenüber. Schon aus diesem Grund war das Projekt zu einem früheren Zeitpunkt als nicht realisierbar eingestuft worden. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß aus dem Kreishaus.

„Schon die Umweltverträglichkeitsstudie ist überflüssig”, ärgerte sich am Freitag die Dürener Grünen-Sprecherin, Verena Schloemer vor Ort. „Viele andere Wohngebiete sind viel höher belastet als Schneidhausen.” Durch den Neubau der Straße werde die Umwelt über Gebühr belastet.

Alle müssen zahlen

Bruno Voß machte darauf aufmerksam, dass die Kosten der Straße durch den Kreis alleine zu tragen wären, der sich das Geld über die Umlage bei den Kreis-Kommunen zurück hole. Damit sei schließlich jeder einzelne Bürger im Kreis an den Kosten der K 29 beteiligt. Allein die Planung der Straße werde zehn bis 15 Jahre in Anspruch nehmen, in dieser Zeit nehme auch in unserer Region die Geburtenrate und damit wohl auch der Individualverkehr auf der Straße ab, rechnete Schloemer vor. Für ein Klimaschutzkonzept sei im Kreis kein Geld da, für neue Straßen werde es quasi aus dem Fenster geworfen, beklagten Hans-Bert Schruff und Gudrun Zentis von den Kreis-Grünen.

Eine mögliche und kostengünstige Alternative sei, die Kurven um die beiden Fabrikanlagen etwas zu entschärfen. Ansonsten heiße es ganz klar: „K 29 - nein danke!”
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