Junges Theater Düren: Von Mobbing und Ausgrenzung

Von: Sandra Kinkel
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Hoffen auf viele Zuschauer bei
Hoffen auf viele Zuschauer beim Theaterstück „Kaspar H. - Was für ein Mensch?”: Thomas Lüttgens, Ursula Keppler, Sabine Wagner und Gerhard Lange (von links). Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Manchmal kann einem regelrecht die Luft wegbleiben, was in den Schülern steckt. Das ist enorm.” Ursula Keppler ist pensionierte Deutschlehrerin. Viele Jahre hat sie am Wirteltor-Gymnasium in Düren gearbeitet und an ihrer Schule auch acht Jahre lang eine Theatergruppe geleitet.

Vor drei Jahren hat sie dann gemeinsam mit Sabine Wagner vom Spielpädagogischen Dienst der Stadt Düren und dem Leiter des „Komm”-Zentrums, Thomas Lüttgens, das „Junge Theater Düren gegründet. Mit großem Erfolg. Ende Mai präsentiert die Truppe im Haus der Stadt mit „Kaspar H. - Was für ein Mensch?” ihre zweite Eigenproduktion. Bei dem Stück geht es um Kaspar Hauser, einen geistig zurückgebliebenen Jugendlichen, der im frühen 19. Jahrhundert gelebt haben soll, es geht aber vor allen Dingen um Mobbing und Ausgrenzung, darum wie die Gesellschaft mit Außenseitern und Fremden umgeht.

Die Texte stammen zum Großteil von Ursula Keppler und deren früheren Kollegin Sylvia Brinkwirth, zum Teil haben die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler auch mitgeschrieben. „Das Thema ist einfach zeitlos”, so Ursula Keppler. „Und ich finde es auch wichtig, dass die Jugendlichen sich damit auseinandersetzen.”

Ursula Keppler weiß, dass Kaspar Hauser keine leichte Kost ist, das war aber „machtgewaltverdammnis”, die erste Eigenproduktion nach Dantes „Göttlicher Komödie” auch nicht. „Sicher”, so Ursula Keppler, „kommt da bei mir die alte Deutschlehrerin durch. Aber es ist auch so, dass die Schüler anspruchsvolle Sachen spielen wollen. Es ist wirklich atemberaubend, was die Schüler leisten können. Und deswegen sollte man sie auch fördern und fordern.” Wichtig ist der begeisterten Theaterfrau, dass die jungen Schauspieler auch wirklich mitziehen. „Wenn die Jugendlichen sich in irgendeiner Form sperren würden, würde ich sofort ein anderes Stück wählen. Aber meine Schauspieler gehen mit Freude und Begeisterung mit.”

Die 26 Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren, die bei „Kaspar H.” auf der Bühne stehen, treffen sich einmal in der Woche zum Proben. Dann ist auch die frühere Ballettlehrerin der Musikschule Düren, Marija Bardenberg, dabei, die mit den Nachwuchs-Akteuren Bewegungsübungen macht und eine Choreographie einstudiert. „Zum ersten Mal”, erzählt Ursula Keppler, „wird bei unserer aktuellen Aufführung auch eine große Videoleinwand zum Einsatz kommen.” Am Wochenende sind die Schauspieler zum Proben in der Eifel. Und dann hoffen sie nur noch auf möglichst viel Zuschauerinnen und Zuschauer.

Die Eigenproduktion „Kaspar H.” des Jungen Theaters Düren wird gleich zwei Mal im Haus der Stadt in Düren, Stefan-Schwer-Straße 4, aufgeführt.

Die beiden Aufführungen finden am Dienstag, 29. Mai, und am Donnerstag, 31. Mai, jeweils um 19 Uhr statt.

Die Eintrittskarten für das interessante Theaterstück kosten acht Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder und Jugendliche. Das Stück richtet sich an Menschen ab 13 Jahre.

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