Jugendstilvilla: Außentreppe am Nachbarhaus darf stehen bleiben

Von: bugi
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Die Außentreppe direkt neben
Die Außentreppe direkt neben der Jugendstilvilla darf stehen bleiben. Das Verwaltungsgericht kann darin keine Beeinträchtigung des Denkmal erkennen. Foto: B. Giesen

Düren. Der Streit um eine Außentreppe am Nachbarhaus einer Jugendstilvilla in der Dürener Goethestraße ist entschieden. Die Außentreppe im Gartenbereich darf stehen bleiben und beeinträchtigt nach Auffassung des Verwaltungsgerichtes Aachen nicht den Denkmalwert der Villa.

Auslöser für die Auseinandersetzung war der Umbau eines ehemaligen Behördenhauses zu einem Fachseminar für Altenpflege. Aus Brandschutzgründen genehmigte die Stadt eine zweigeschossige Außentreppe. Damit war Dr. Fuad Shibli, Besitzer der benachbarten Jugendstilvilla auch einverstanden.

Gebaut wurde aber dann etwas ganz anderes: eine viergeschossige Treppe, bei der zudem der Abstand zum Nachbarhaus nicht eingehalten worden war. Zudem hatte die Stadt erst nachträglich das Amt für Denkmalpflege im Rheinland um eine positive Stellungnahme gebeten - die fiel dann auch prompt negativ aus.

So übt das Verwaltungsgericht in seinem Beschluss deutliche Kritik an der Stadt Düren und äußert „erhebliche Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung” - kann aber gleichzeitig keine „erhebliche Beeinträchtigung” der Jugendstilvilla „als Baudenkmal” erkennen.

Wintergarten nicht erwähnt

Zwar ist auch das Gericht der Auffassung, dass auch „die Beziehung des Denkmals zu seiner Umgebung (?) für den Denkmalwert von Bedeutung” sei, beruft sich dann aber ausschließlich auf die Begründung zur Eintragung in die Denkmalliste. Shiblis Pech: In der Denkmalliste wird der rückwärtige Bereich der Villa mit keinem Wort erwähnt.

Auch nicht der aufwändig gestaltete Wintergarten, der zum Haus dazu gehört und aus Sicht von Shibli mindestens ebenso schutzwürdig ist, wie die vordere Fassade. Immerhin gilt die Jugendstilvilla „als Beispiel eines bürgerlichen Wohnhauses mit vielen noch original erhaltenen Details”, in der der „Wohn- und Lebensstil des städtischen Bürgertums anschaulich vor Augen” geführt werde.

Dass sich das Gericht lediglich auf die Denkmalliste beruft, verwundert Shibli noch aus einem ganz anderen Grund: „Die Eintragung in die Denkmalliste erfolgte im Mai 1996. Die Sanierung des Hauses erfolgte erst anschließend. Das Haus müsste also jetzt noch erhaltenswerter und schutzwürdiger sein, als zum Zeitpunkt der Unterschutzstellung.”

Das Gericht ließ sich von dieser Logik allerdings nicht überzeugen. Für den Denkmalschutz könnte das zu einem Problem werden: Viele Einträge in der Denkmalliste sind alt, sie werden zudem nicht oder nur selten aktualisiert.

Shibli: „Eigentlich ist das ein Skandal, dass nach einem altem Eintrag und nicht nach dem aktuellen Denkmalwert eines Gebäudes entschieden wird. Und eine Neubewertung eines Gebäudes ist zudem schwierig, wenn man wie in diesem Fall mit der Kommune selbst im Clinch hängt.”
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