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Jugendamt: Die Mittel werden gekürzt, der Bedarf steigt

Von: mv
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Muss mit einem Sparbeschluss klarkommen, ohne die Qualität der Jugendarbeit zu reduzieren: Berthold Becker im Jugendamt. Foto: Margret Vallot

Düren. „Über uns allen hängt der Sparbeschluss”, sagt Berthold Becker, der in der Stadtverwaltung ein engagierter Kämpfer für die Förderung von Kindern und Jugendlichen ist. Alle Ämter der Stadtverwaltung müssen sparen, da bildet der Jugendbereich keine Ausnahme. 55.000 Euro sollen es pro Jahr sein, ab 2013.

Jugendarbeiter von katholischer und evangelischer Kirche schlagen Alarm. Doch Becker ist zuversichtlich. Nein, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Düren sei nicht in ihrer Existenz gefährdet.

Konkret geht es um die Jugendheime, die es in vielen Dürener Ortsteilen gibt. Dort arbeiten Sozialarbeiter und Pädagogen mit Kindern und Jugendlichen, denen die Probleme mit Schule oder Eltern, mit Arbeitsplatzsuche oder mit dem Erwachsenwerden überhaupt über den Kopf wachsen. Oft wird Einzelfallhilfe und damit eine vorbeugende Arbeit geleistet.

Derzeit finanziert das Jugendamt mit 925.000 Euro im Jahr 15,6 Fachstellen bei freien Trägern. Hinzu kommen 3,3 Fachkraftstellen, die bei der Stadtverwaltung angestellt sind. Statt 925.000 Euro stehen bald nur 825.000 Euro bereit für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Bezugspersonen brauchen, weil es sie in den Familien nicht gibt. „Die Übergänge in die neuen Lebensphasen”, das weiß der Fachmann, „gestalten sich schwierig”. Jugendliche seien heute hunderten Einflüssen ausgesetzt und brauchten Orientierung. Dabei ist es das Konzept der Stadt Düren, dezentral zu arbeiten.

Der Bedarf an Jugendsozialarbeitern vor Ort steigt, auch das weiß Becker. Die Mittel werden gekürzt, und die dezentrale Arbeit in den Stadtteilen soll erhalten bleiben. Das unter einen Hut zu bekommen, ist die Aufgabe einer Arbeitsgruppe, die am 11. September zu ihrem dritten Treffen zusammenkommt. Man werde sich fragen müssen, wo die Schwerpunkte jugendpädagogischer Arbeit liegen und wo in Düren der größte Bedarf an Hilfen für Kinder und Jugendliche besteht. Derzeit sei noch nichts entschieden, und Wege zur Lösung des Problems seien noch nicht in Sicht.

Dabei eilt es, denn die Verträge mit den Jugendarbeitern laufen Ende 2012 aus, müssen schon Ende diesen Jahres gekündigt werden. Die Jugendsozialarbeiter bekommen alle fünf Jahre neue Verträge.

„Jugendhilfe ist Bildung”, davon ist man im Jugendamt überzeugt. Ein Jugendlicher, der in einem Jugendheim freiwillig eine ehrenamtliche Aufgabe übernehme, „der lernt, der bildet sich”, so Becker. Und gerade für bildungsferne Jugendliche seien Jugendheime regelrechte Lernräume, „auf die wir nicht verzichten sollten”.

Zu diesen „Bildungseinrichtungen” begeben sich die Jugendlichen freiwillig, „und in der Freiwilligkeit liegt die große Chance”. Becker ist sich übrigens sicher, dass Jugendpolitiker in Düren das ähnlich sehen.
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