Jürgen Drews im Stadtcenter: Das Heimspiel des Königs

Von: jul
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Jürgen Drews stellte im Dürener Stadtcenter seine neuen Lieder vor und begeisterte die vielen Fans. Foto: Julian Loevenich

Düren. Der französische Monarch Ludwig XVIII. soll einmal gesagt haben: „Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige.“ Manche erheben das zur Pflicht – der selbsternannte „König von Mallorca“ ist da legerer gestrickt. „Seit 17 Uhr stehe ich hier“, sagte Bianka Jansen. Die 57-Jährige aus Nörvenich wartete wie so viele an diesem frühen Abend im Stadtcenter auf den einen Mann: Jürgen Drews.

Statt der angesetzten 18 Uhr erreicht der Schlagerstar das Einkaufszentrum im Herzen der Innenstadt allerdings mit einer Stunde Verspätung. Grund dafür ist ein vorangegangener Auftritt in Mülheim an der Ruhr.

In rasantem Tempo wächst dann plötzlich aus dem Boden eine Bühne empor mit Lautsprecherboxen, mit Lichtanlagen, mit einer Plakatwand im Hintergrund, die ihn perfekt inszeniert. „Jürgen, Jürgen, Jürgen“, hallt es durch die Eingangshalle. Überall sind Menschen, vor der Bühne, daneben, sogar dahinter. Viele stützen sich auf das Geländer der Galerie, hoffen von oben auf eine gute Sicht auf den Schlagerstar.

Dann steht Drews unverhofft zwischen seinen Fans, fährt unter Jubel und Geschrei die Rolltreppe hinunter, geht zur Bühne – und zündet sein Programm. Er versteht es, die Leute zu animieren, alles aus ihnen heraus zu holen. Auf der kleinen Bühne schmettert er live seine neuesten Lieder.

Das macht ihn glaubhaft. Doch Jürgen Drews ist auch ein Produkt; während er die Leute begeistert, greift eine Maschinerie. Aus dem Publikum ragen Hände hervor mit einem Stapel neuer Alben, signiert und bereit zum Verkauf.

Auf die Bühne

„Alle Kinder auf die Bühne“, ruft er ins Mikrofon, die Eltern reagieren. Plötzlich steht der 68-Jährige da oben, umgeben von Kindern. „Ich erziehe euch schon mal für die Megaarena auf Mallorca“, so Drews. Die Kinder klatschen und hüpfen – das Publikum tut es ihnen gleich. Drews versucht sich auch in englischer Sprache, singt ein Lied irgendwo zwischen 2000er Europop, Schlager und Elektro – die Menschenmasse kann damit wenig anfangen.

„Ich singe euch jetzt noch mal Kornblume, die neue Single und dann Kornfeld und so“, schwenkt der Musiker um. Während er die Lieder abspult, signiert er die neuen CDs, schmunzelt und sagt: „Ich singe nur noch, solange ihr CDs habt, sonst bin ich wieder weg.“ Die Leute jubeln ihm zu, feiern ihn, den „König von Mallorca“.

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