Jedes dritte Kind in Düren ist von Armut betroffen

Von: inla
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Der dritte Gipfel gegen Kinderarmut bei Becker & Funck. Foto: inla

Düren. Ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Düren lebt in Armut. Diesen Wert erreichen sonst nur große Städte im Ruhrgebiet. In Aachen lebt jedes vierte Kind in einem Haushalt von staatlichen Leistungen. Das ist für die Stadt Düren die Definition: Wer so genannte Transferleistungen erhält (etwa Hartz IV), fällt unter die Armutsgrenze.

Das Problem ist in Düren länger bekannt. Am Mittwoch fand der dritte Gipfel gegen Kinderarmut in der Kulturfabrik Becker & Funck statt. Seit zwei Jahren versuchen Stadt Düren und Träger von Wohlfahrts- sowie caritativen Einrichtungen, die Lage der Betroffenen zu verbessern. Das Landesjugendamt und eine Stiftung hatten für ein Projekt 48.000 Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld dient als Anschub, um Projekte in Düren zu finanzieren. So kümmert sich mit Ina Ruik eine Jugendhilfeplanerin aus dem Rathaus um das Fortkommen der Aktionen.

Im vergangenen Jahr wurde an der Nikolaus-Grundschule in Rölsdorf ein Frühstücksprojekt organisiert. Es war aufgefallen, dass Kinder manchmal schon morgens um sieben Uhr vor der Schule warteten. Nun werden sie nicht nur hereingelassen, sondern auch mit einem Frühstück versorgt. Derlei Projekte werden mit Spendengeldern finanziert.

Zu diesem Zweck sind bisher 70.000 Euro zusammengekommen. Ein weiteres Projekt ist eine Kleiderbörse des FC Niederau, über die allen Kindern eine adäquate (Sport-)Bekleidung ermöglicht werden soll. „Wir wollen, dass für das Projekt in der Gesellschaft ein hohes Bewusstsein entsteht“, sagten Ina Ruik und Uli Lennartz, Geschäftsführer beim Sozialdienst Katholischer Frauen, am Mittwoch. Der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Thomas Floßdorf, wies darauf hin, dass die Politik sich für einen Fortbestand der Projekte einsetzen werde.

Zwar läuft die Förderung über das Landesjugendamt und die Stiftung in diesem Sommer aus. Da aber noch Geld vorhanden ist , kann es zunächst weitergehen. Spenden seien „natürlich weiter hoch willkommen“, sagte Ina Ruik. Der Vorteil sei, dass Geldgeber sich ganz konkret beteiligen könnten. In den vergangen beiden Jahren sei es gelungen, ein funktionierendes Netzwerk aufzubauen.

Viele Multiplikatoren, die die Idee der Unterstützung weitertragen, seien mit im Boot. Am ehesten sind die bedürftigen Kinder über die Kitas und Schulen zu erreichen. JHV-Vorsitzender Floßdorf wies auf das Angebot an Offenen Ganztagsgrundschulen hin, zudem auf die Möglichkeit, in Kitas einen 45-Stunden-Platz zu buchen. Jeder dritte Euro oder 60 Millionen stecke die Stadt pro Jahr in Jugend und Bildung.

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