„Jahrhundertfund”: Dürener sammelt Fossilien

Von: Margret Vallot
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Düren. 35 Millionen Jahre und älter ist alles, was das Interesse von Walter Wenning (68) erregt. Der Dürener sammelt Steine, die vor Urzeiten einmal Tiere waren und im Meer lebten.

Dabei hat er in der Eifel, wie er erzählt, „einen Jahrhundertfund” gemacht, eine Koralle mit einem Durchmesser von einem halben Meter. Die hat er dieser Tage von Düren aus ins Museum nach Manderscheidt gebracht, „denn bei mir verstaubt sie nur, und niemand kann sie sehen”.

Walter Wenning hat im Urlaub nicht wie andere die Landschaft bestaunt, er hat stets den Blick auf den Boden gerichtet. In Frankreich und Dänemark, in England, auf Gotland und in Marokko ging es ihm immer nur um Fossilien. In seinem Haus in Düren füllen die versteinerten Lebewesen viele Regale und Schränke.

Schon als Kind in Aachen hat er sich sehr für Steine interessiert. Als dort das Klinikum gebaut wurde, tummelte er sich abends auf der Baustelle, fand Seeigel, die 65 Millionen Jahre auf dem Buckel haben. Später graste er die hiesige Region ab, die Sammlung wuchs.

„1981 wurde die Sache intensiv”, erzählt Wenning. Denn 1981 gab es in der Dürener Stadtbücherei einen Vortrag in dessen Folge der „Verein der Fossilienfreunde Düren” gegründet wurde. Noch heute trifft man sich jeden ersten Freitag im Monat.

In der Eifel bei Kall gibt es berühmte Fundstellen. Kall, Geroldstein, Prüm, Hillesheim, Mechernich: Dorthin zog es den Sammler an jedem freien Tag. Zuhause wurden die Funde gesäubert und bestimmt. Ein ganzer Meter Fossilienliteratur wurde angeschafft. Da war es nur ein Glück, dass die Lebensgefährtin dasselbe Hobby pflegte.

Steinbrüche (in Gressenich, Maastricht, Falkenburg, Lüttich) sind gute Fundstellen, aber auch Ausschachtungen sehen sich die Sammler gern an, „vorausgesetzt, der Hausherr baut einen tiefen Keller”. In Kreuzau kennt Wenning eine Sandgrube, wo sich Versteinerungen von Pflanzen, die längst ausgestorben sind, finden lassen.
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