Investor widerspricht Ex-Bürgermeister in Sachen „Betreutes Wohnen”

Von: Dietmar Engels
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Der Investor Marcus Laufenberg
Der Investor Marcus Laufenberg und seine Frau Silke, Leiterin des Seniorenzentrums „Marienhof”, vor dem schon bestehenden Trakt für „Betreutes Wohnen”. Auf einem sich anschließenden Grundstück von zwei Hektar Größe sollen weitere Gebäude entstehen. Foto: Dietmar Engels

Merzenich. „Rein persönliche Interessen” haben den früheren Merzenicher Gemeindedirektor und Bürgermeister Hermann-Josef Werres nach Ansicht von Marcus Laufenberg dazu veranlasst, sich öffentlich gegen das neue Projekt „Betreutes Wohnen” als Erweiterung des Seniorenzentrums „Marienhof” in der Burgstraße auszusprechen.

Architekt Laufenberg, Geschäftsführer des „Marienhofes” will das Projekt in der Ortsmitte verwirklichen.

Wie ausführlich berichtet, hat Werres sich vehement für ein Gelände am Ürlingsweg als Standort ausgesprochen. Werres wohnt in der Rather Straße. Ein Bauprojekt im direkten Anschluss an den „Marienhof” würde den Anwohnern auf der Westseite teilweise den Blick in die freie Natur versperren. „Das ist der eigentliche Grund für den früheren Chef der Gemeindeverwaltung gegen den Standort in der Burgstraße zu wettern”, meint Laufenberg. Der Alternativstandort am Ürlingsweg sei nämlich „vollkommen ungeeignet” und das Argument, ein Projekt am „Marienhof” verstärke vorhandene Probleme im Ortskern sei „nicht stichhaltig”.

Sachlichkeit gefordert

Laufenberg fordert eine „sachlich orientierte und fachlich fundierte Auseinandersetzung” in der Standortfrage und das insbesondere mit „behutsamer Abwägung berechtigter Belange der Seniorinnen und Senioren”. Der Standort Ürlingsweg scheide aus, weil die älteren Menschen dann lange Wege in die Ortsmitte zurück legen und die viel befahrene L264 überqueren müssten. „Auch gibt es dort bisher keinerlei Infrastruktur. Das wird sich nicht ändern, wenn Morschenich neu im angrenzenden Bereich entsteht”, ist für Laufenberg klar. Im Übrigen hätten sich die Morschenicher bewusst für einen Umsiedlungsstandort in isolierter Lage ausgesprochen.

Die Christlich-Demokratische Fraktion und die „Bürger für Merzenich” haben - wie berichtet - über 1100 Unterschriften für den Standort Burgstraße gesammelt. Den Initiatorinnen zu unterstellen, sie hätte sich damit in erster Linie für die Interessen eines Investors eingesetzt, sei „an den Haaren herbei gezogen”.

Laufenberg: „Sie setzen sich vielmehr für die Interessen der Merzenicher Senioren ein. Die dürfen nicht aus dem Ort getrieben und irgendwo weit außerhalb untergebracht werden”.

Über 120 konkrete Bewerbungen um eine seniorengerechte Wohnung in der Burgstraße zeigten deutlich, wie dringend nötige das Vorhaben sei - „und zwar in der Ortsmitte, wo die Menschen auf kurzen Wegen am öffentlichen Leben teilnehmen und bei Bedarf Dienstleistungen des Marienhofes in Anspruch nehmen können”.

Nicht nachvollziehbar

Laufenberg verärgert: „Man fühlt sich um viele Jahrzehnte zurückversetzt, als Senioren, Alte und Kranke noch als Belastung gesehen und förmlich ausgelagert wurden, nur um die rein privaten Interessen einzelne Privilegierter zum Schaden sozial schwächerer Menschen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen zu können.” Keines der von Werres vorgebrachten Argumente sei nachvollziehbar.
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