Interner Projektbericht sorgt für Verwirrung

Von: smb/ag/sis
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Am Horizont befindet sich das Gelände, auf dem Trianel das Oberbecken ausheben lassen will. Ob dies gestattet wird, entscheidet der Regionalrat.

Heimbach/Köln. Mit „großem Befremden“ und „Verwunderung“ hat die CDU-Fraktion im Regionalrat den internen Projektbericht des Stadtwerkeverbundes Trianel (wir berichteten) zur Kenntnis genommen. „Eine vertrauensvolle Kommunikation sieht anders aus“, kritisierte Franz-Michael Jansen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, auf Nachfrage.

In seiner Fraktion gebe es eine lebhafte Diskussion zum Thema und konträre Positionen. „Eine Entscheidung werden wir am Freitagmorgen in der Fraktionssitzung treffen“, betonte Jansen. Dann soll auch diskutiert werden, ob der Fraktionszwang aufgehoben wird. Hans-Willi Dohmen (CDU), der für den Kreis Düren im Rat sitzt, spricht mit Verweis auf die Resolution des Kreises von einem „klaren Auftrag“.

Roland Borning (CDU, Städteregion Aachen) fühlt sich hintergangen. Man sei „an der Nase herumgeführt“ worden. „Das ist unmöglich, was da abgelaufen ist“, sagte Borning. Er erwartet bis Freitag eine klare Stellungnahme von Trianel. „Wenn ich den Bericht lese, bin ich erstaunt, wie wenig Vertrauen das Unternehmen in seine eigenen Planungen hat“, sagte Rudolf Finke, FDP-Fraktionsvorsitzender. Seine Fraktion nehme diesen Bericht sehr ernst. Sollte der Vertagungsantrag keine Mehrheit finden, wird seine Fraktion wohl gegen eine Änderung des Regionalplanes stimmen. „Die Argumente reichen bisher nicht aus, um zuzustimmen“, sagte er auf Anfrage. Zudem könne man nicht wegdiskutieren, dass ein Kreistag sich mit Bezug auf die aktuelle Datenlage dagegen entschieden habe.

Die SPD-Fraktion wird der Regionalplanänderung – mit Ausnahme von Peter Koschorreck, der für den Kreis Düren im Rat sitzt – zustimmen. Das hat die Fraktion, der der Bericht nach eigenen Aussagen vorlag, am Freitag entschieden. „Für die Änderung des Regionalplanes ist dieser Bericht nicht relevant“, sagt Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Bubacz. Die SPD wolle das Regionalplanänderungsverfahren nach Recht und Gesetz zu Ende bringen.

Seine Fraktion werde jedoch eine „Rursee-Erklärung“ mit Forderungen an den künftigen Bauherren erstellen. „Meine Fraktion ist der Meinung, man habe später noch genug Möglichkeiten, das Projekt zu stoppen“, sagte Peter Koschorreck auf Nachfrage. Nach seiner Ansicht gebe es aber schon jetzt ausreichende Kritikpunkte, um ‚Nein‘ zur Planänderung zu sagen. „Vor allem wegen des Tourismus‘“ hat Koschorreck Bedenken.

Für Grünen-Sprecher Rolf Beu beeinflusst der Projektbericht die Haltung nicht. „In diesem Bereich müssen Vorratsplanungen getätigt werden“, kommentierte er.

Auch Köln ist irritiert

„Das macht mich misstrauisch, was Trianel schreibt“, zeigte sich Heimbachs Bürgermeister Bert Züll irritiert. Seine Befürchtung: Die Gefahr sei groß, dass das Wasserspeicherkraftwerk dann eben von einem Dritten gebaut werde.

Der interne Trianel-Bericht liegt auch der Bezirksregierung in Köln vor. Die Geschäftsstelle des Regionalrates hat ihn Donnerstag vergangener Woche erhalten. Auch in der Behörde stellte man sich die Frage, ob das Bekanntwerden des 78 Seiten starken Werkes Auswirkungen auf die Sitzung des Regionalrates haben werde.

An Spekulationen wollte sich die Pressestelle aber nicht beteiligen.

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