Hürtgenwald - Interesse an neuer Sekundarschule Kleinhau ist groß

Interesse an neuer Sekundarschule Kleinhau ist groß

Von: Margret Vallot
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In Kleinhau/Simmerath soll der Unterricht nach den Sommerferien losgehen.
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Von der ersten Etage aus soll sich die neue Sekundarschule in Kleinhau Jahr für Jahr über mehr Klassen ausbreiten. Foto: Margret Vallot

Hürtgenwald. Die erste Sekundarschule arbeitet bereits, ist mit vielen Kindern und mit Personal bestens ausgestattet. Die zweite steht gerade in den Startlöchern. In Kreuzau/Nideggen freut sich die Schulleiterin über zuvor nie erlebte, gute Arbeitsbedingungen, in Kleinhau/Simmerath wird es spannend. Dort soll der Unterricht nach den Sommerferien losgehen. Aber kommen auch genug Kinder zusammen? 125 müssen es insgesamt sein.

Das könnte klappen. Die Eltern waren kürzlich zur Info-Veranstaltung ins Schulzentrum nach Kleinhau geladen. Die große Bücherei der Hauptschule platze aus allen Nähten, als Bürgermeister Axel Buch die Eltern und ihre Kinder begrüßte. Es gab sehr viele Fragen. Ulla Mertens als Hauptschulleiterin, Albert Rieger von der Realschule Monschau und Walther Kröner als Leiter einer Gesamtschule in Aachen konnten viele Unklarheiten beseitigen.

Körner wird das Anmeldeverfahren der neuen „Sekundarschule Nordeifel“ leiten. Er nannte die Sekundarschule „die kleine Schwester der Gesamtschule“ und hat mit Neugründungen „Erfahrungen gemacht, die ich nicht missen möchte“. Er werde eine Aufbauarbeit stattfinden, die viel schöner sei, als wenn schon Existierendes für die eigenen Bedürfnisse zurecht geformt werden müsse.

Was geschieht, wenn in Kleinhau mehr Kinder angemeldet werden, als in zwei Klassen passen? Werden dann einfach die Klassen vergrößert?

„Ein Luxusproblem“ nannte Buch die Frage, mit der sich die Versammlung geraume Zeit abmühte. „Wenn wir mal die zwei Klassen in Kleinhau und die drei im Simmerath voll haben, sehen wir weiter.“ Buch machte klar: Falls nötig werde von fünfzügig auf sechszügig erhöht. Maximal werden 28 Kinder in einer Klasse sitzen. Es ist ausgeschlossen, dass Kindern gesagt wird: Ihr müsst in Simmerath zur Schule gehen. Es könne allerdings geschehen, dass Kinder aus Simmerath nach Kleinhau kommen, „wie dies schon heute in Realschule und Hauptschule der Fall ist“.

Kinder, die Hauptschul- und Realschul-Empfehlungen bekommen, werden jetzt zusammen unterrichtet. Werden da die Besseren nicht zu kurz kommen?

Das genau nicht, so wurde den Eltern erklärt. In der 5. Klasse werden noch alle zusammen unterrichtet, „wie jetzt in der Grundschule“, so Mertens. In der 6. Klasse ebenfalls, da könne aber schon eine zweite Fremdsprache oder ein naturwissenschaftliches Fach gewählt werden. Ab Klasse 7 gibt es eine Differenzierung in Mathe und Englisch. Es gibt Erweiterungskurse und Grundkurse. Und es wird Wert darauf gelegt, gymnasiale Standards zu erreichen. Es werden auch Kollegen eingestellt, die eine Lehrbefähigung für die Sekundarstufe 2 haben.

Welche Abschlüsse können in der Sekundarschule erreicht werden? Ist sicher, dass ein Gymnasium die guten Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule überhaupt nimmt?

Es können alle Abschlüsse, die in Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien vergeben werden, erreicht werden. Es komme auf die Leistungen des jeweiligen Kindes an und auf die Anzahl der Erweiterungskurse, die es besucht. „Die Vergabe der Abschlüsse wird durch die Leistungen bestimmt“, so Kröner. Mit dem Gymnasium in Vossenack sei eigens ein Kooperationsvertrag geschlossen worden. Dort hat man sich vertraglich verpflichtet, gute Sekundarschüler zum Abitur zu führen.

Drei Tage die Woche bleiben die Kinder bis 15 Uhr in der Schule. Wie sieht es mit dem Transport aus? Was geschieht in der Mittagspause, und woher kommt das Essen? Müssen die Kids an langen Tagen danach noch Hausaufgaben machen?

Bezüglich Fahrten konnte Buch beruhigen: Schon heute gebe es an der Hauptschule Ganztagsunterricht „und der Transport klappt ja heute schon gut“. Mertens erklärte, an langen Tagen gebe es keine Hausaufgaben, die Mensa werde im jetzigen Textilraum eingerichtet und das Essen werde tiefgefroren gebracht, dann aufgetaut. Erst in den kommenden Jahren werde die Sekundarschule Jahr für Jahr mehr Kinder haben, so dass sich erst dann eine andere Lösung rechnet. In den Pausen werden die Kinder in freiwilligen Lernzeiten Hausaufgaben mit Unterstützung der Lehrkräfte erledigen.

In der Grundschule wird der Nachmittagsunterricht extra bezahlt. „Müssen wir in der Sekundarschule auch zahlen?“, so eine weitere Elternfrage.

Es sei sozusagen „all inclusive“, meinte Ulla Mertens. Sie erklärte die Aufgaben des Lehrpersonals (unterrichten, erziehen, beraten) und was damit gemeint ist. Stärken und Schwächen eines Kindes werden mit den Eltern und den Kindern ständig reflektiert.

Was ist zu tun, wenn zu wenig Kinder zusammenkommen?

Dann, so Kröner, gebe es noch Zeit satt für die Anmeldung an einer anderen Schule. Doch bei 175 Eltern, die schon im Vorfeld ihr Interesse bekundeten, ist davon gar nicht auszugehen.

Gibt es schon einen Schulleiter? Gibt es schon ein Kollegium? Wie sieht das Konzept der Schule aus?

Erst am 14. Februar ist klar, ob die Schule überhaupt kommt, so wurde mitgeteilt. Erst dann werde auch das Kollegium zusammengestellt und eine kommissarische Leitung bestellt. Das Konzept „haben wir erst in Grundzügen aufgestellt“, so Mertens, mit Festen, Projektgruppen, Arbeitsgruppen und kooperativen, schülerorientierten Lernformen. Die Mitarbeit der Eltern sei sehr erwünscht. „Es ist Ihre Schule“, forderte Kröner die Eltern auf, sich einzumischen. Nicht nur bei der Frage, wie man nach den Sommerferien den ersten Schultag gestalten soll.

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