Düren - Integration, bei der der Spaß nicht zu kurz kommt

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Integration, bei der der Spaß nicht zu kurz kommt

Von: Julian Loevenich
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Klaus Zähringer und Jürgen H
Klaus Zähringer und Jürgen Hoop vom BSSV Rhein-Erft Kreis (2. und 3. von links) spielen mit großer Begeisterung Blindenskat. Foto: Julian Loevenich

Düren. Wenn Klaus Zähringer Skat spielt, ist für einen Außenstehenden nur an den speziellen Karten mit Noppen zu erkennen, dass irgendetwas anders ist.

Denn der Skatbeauftragte des Blinden- und Sehbehindertensportvereins Rhein-Erft Kreis e.V. ist, wie viele seiner Mitstreiter in seiner Sehfähigkeit eingeschränkt, aber dennoch ein leidenschaftlicher Spieler und zudem Organisator des Skatturniers unter der Schirmherrschaft des Berufsförderungswerkes, welches am Wochenende zum sechsten Mal im Dürener Posthotel stattfand.

Dabei kamen 28 Spieler aus dem ganzen Land in die Kreisstadt gereist, um zwei Tage lang ihr Fähigkeiten zu messen. Die Sehfähigkeit spielte keine Rolle. Dazu der zweite Vorsitzende des BSSV Rhein Erft-Kreis, Jürgen Hoop: „Wir sind hier auf die Sehenden angewiesen, denn es sitzen immer vier Spieler an einem Tisch und davon muss einer die Liste mit den Punkten schreiben.” Dieses Jahr ging die Rechnung mit mindestens einem Sehenden pro Partie auf. Das Turnier selbst, welches nach den offiziellen Regeln des deutschen Skatverbandes ausgeführt wird, setzt sich zusammen aus drei Serien, die jeweils circa drei Stunden in Anspruch nehmen. Vor der ersten Serie wird die Zusammensetzung an den Tischen ausgelost, im weiteren Verlauf stellt die Turnierleitung dann die Zuordnung anhand der eingefahrenen Punkte der einzelnen Spieler fest.

Sollte der Fall eintreten, dass an einem Tisch kein Sehender vertreten ist, so werden einzelne Spieler getauscht. „Für die Sehenden gibt es beim Spiel keinen Vorteil”, erklärt Hoop, denn die Blinden müssten die Karte im Gedächtnis behalten und seien somit konzen-trierter. Doch neben dem Ehrgeiz, in den hart umspielten Partien zu gewinnen, steht ein ganz anderer, viel wichtigerer Punkt im Vordergrund: die Integration.

Für Hoop ist es wichtig, sich den Nichtbehinderten zu öffnen, zu zeigen, um somit ein nachhaltiges Verständnis für den gemeinsamen Umgang im Alltag zu schaffen. Auch Bürgermeister Paul Larue, der das Turnier eröffnete, schließt sich diesem Integrationsgedanken an und spricht von den vielen Hilfsangeboten für Sehbehinderte in Düren. Doch die Idee hinter dem Skatturnier spricht vom Altersdurchschnitt aus gesehen eine fortgeschrittene Gruppe an, die sich über das Jahr verteilt auf verschiedenen Turnieren immer wieder trifft. „Wir haben Schwierigkeiten den Nachwuchs zu gewinnen”, gesteht Zähringer. Für das Turnier blieb diese Sorge jedoch erst einmal außen vor und der Spielspaß rückte in den Vordergrund.
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