Düren - Inspiriert von der Einsamkeit

Inspiriert von der Einsamkeit

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Die aus Düren stammende Autorin Dagmar Trodler liebt Pferde. Den größten Teil des Jahres verbringt die 45-Jährige auf der Insel Island.

Düren. Eine Beziehung zu Düren hat sie noch immer. „Es ist das Gefühl, zu Hause zu sein oder nach Hause zu kommen, das ich vermisse. Und mein Vater lebt auch noch in Düren. Aber ich finde nicht, dass Düren eine besonders schöne Stadt ist.”

Dagmar Trodler ist 45 Jahre alt, gebürtige Birkesdorferin und hat viele Jahre in der Tivolistraße in Düren und später in Hürtgenwald gelebt. Sie ist erfolgreiche Autorin historischer Romane und verbringt mittlerweile einen Großteil des Jahres in Island.

Die gelernte Krankenschwester hat mit sechseinhalb Jahren ihre erste Geschichte geschrieben („Ein Pferd für uns ganz allein”) - mit Füller und allerbester Schönschrift. Und mit 13 ihren ersten - unveröffentlichten - Roman, der für die junge Autorin damals in direkter Konkurrenz zu den Geschichten von Enid Blyton stand. „Im Jahr 2000 habe ich dann meine Arbeit im Krankenhaus verloren”, erzählt Dagmar Trodler. „Und da war mir dann klar, jetzt musst du was tun.” Das Manuskript zu ihrem ersten historischen Roman „Die Waldgräfin” lag fertig in der Schublade.

„Ich habe mich eigentlich nicht so richtig getraut, es an einen Verlag zu schicken. Aber da musste ich ja.” Das Werk war ein großer Erfolg. Dagmar Trodler sagt heute, dass sie Glück gehabt hat, auf dem Buchmarkt Fuß fassen zu können. „Die Konkurrenz ist einfach sehr groß. Und bei den Verlagen kommen unglaublich viele Manuskripte an. Da ist es auch Glück, wenn man genommen wird.”

Schon immer war Dagmar Trodler von der Welt des Mittelalters interessiert, nicht zuletzt „weil die Menschen damals eine ganz andere Denkweise hatten, als wir heute.” Und auch das neue Buch „Die Stunde der Seherin”, das nächste Woche erscheint, spielt im 11. Jahrhundert. Und zwar in Schottland. Es erzählt die Geschichte der beiden Schwestern Margaret und Christina. Die beiden ungleichen Frauen kämpfen um ihr Glück und um die Liebe.

Auch wenn Dagmar Trodler immer mal wieder in Düren ist und dann auch gerne die alten Wege ihrer Jugend geht, hat sie Island als ihren neuen Lebensmittelpunkt entdeckt und verbringt einen Großteil des Jahres auf dieser Insel. „Die Einsamkeit von Island kann auf der einen Seite sehr bedrückend sein, für mich ist sie aber ungeheuer inspirierend. Ich kann auf Island einfach besser denken. Und vor allem auch sehr gut schreiben.”

Nur von ihren Büchern kann die Autorin, deren zweite große Leidenschaft Pferde sind, übrigens nicht leben. Noch nicht. „Ich werde mir demnächst hier auf Island eine Arbeit suchen.” Welche, weiß Dagmar Trodler noch nicht genau. „Das geht aber hier sehr viel unkomplizierter als bei uns zu Hause in Deutschland. Man braucht nicht Abschlüsse und Zeugnisse vorzuweisen, um einen Job zu bekommen.” Trotzdem, so Trodler weiter, sei das natürlich gerade jetzt, in Zeiten der Krise, nicht gerade einfach. „Aber es wird mir gelingen.” Und solange kann Dagmar Trodler ja auch schon an ihrem nächsten Roman arbeiten. Ideen hat die Ex-Dürenerin jedenfalls schon jede Menge.
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