Inden: Unverständnis über Abgang des Pfarrers

Von: hfs.
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Pfarrer Norbert Kaniewski fühlt sich, auch aus gesundheitlichen Gründen, dem Wirken im Indener Gemeindeverbund nicht mehr gewachsen. Foto: Jagozinska

Inden. „Ich kann es immer noch nicht begreifen. Wenn es Krankheitsgründe wären, könnte man es verstehen.” Seit Jahrzehnten ist Karl Braun Kirchenschweizer, zuerst in der Pfarre St. Clemens Inden, nun in der gemeinsamen Pfarrei St. Clemens und Pankratius Inden/Altdorf.

Die steht bald ohne Pfarrer da, denn Norbert Kaniewski verlässt, wie bereits berichtet, die Pfarrei. Dies erfuhr Braun wie auch die Pfarreimitglieder in der Kirche „von der Kanzel” herab.

„Wenn in der Gemeinde jetzt der Eindruck entsteht, es wäre eine kurzfristige Entscheidung meinerseits gewesen, dann trifft dies nicht zu. Es war ein längerer Gedankenprozess”, sagte Kaniewski auf Nachfrage.

Er ist seit acht Jahren Pfarrer in Inden. Jetzt, mit 44 Jahren, will er noch einmal eine neue pastorale Herausforderung suchen. Wo er die finden wird, darüber möchte er noch nicht reden. Zum einen, weil die Katholiken vor Ort nichts von seinem Kommen wissen. „Zum anderen deshalb, weil eine genaue Entscheidung noch aussteht. Es müssen noch einige Überlegungen angestellt werden.”

Dies bestätigt das bischöfliche Generalvikariat. „Über die neue Wirkungsstätte kann ich noch nichts sagen”, sagt Josef Heinrichs, Mitarbeiter der Pressestelle. Fest stehe bisher lediglich, dass die Pfarre in Inden neu besetzt werde. „Wie die in Langerwehe”, sagt Heinrichs.

Gemeinschaft der Gemeinden

Auch die wird bald vakant sein, denn Pfarrer Rüdiger Hagens wird dem Vernehmen nach als Gefängnisseelsorger zur Justizvollzugsanstalt Heinsberg wechseln, wo auch der evangelische Pfarrer Günter Pilger nach 23 Jahren Tätigkeit in der Christusgemeinde Düren eine neue Tätigkeit gefunden hat.

Wie Heinrichs betont, werden Langerwehe und Inden künftig als so genannte „Gemeinschaft der Gemeinden” von einem neuen Pfarrerteam seelsorgerisch geführt.

Dass die Indener Pfarrangehörigen betrübt, ja bestürzt sind, dass Kaniewski sie verlässt, kann dieser verstehen. „Ich habe mich dort wohlgefühlt.”

Er führt aber auch „kleine gesundheitliche Gründe” für seinen Weggang an. Als Indener Pastor ist er auch zuständig für die Pfarreien in Frenz, Lucherberg, Lamersdorf und Pier. „Aber dieses Ganze wird mir nun eine Hausnummer zu groß.”

Gerüchte, wonach es Schwierigkeiten mit einigen Mitgliedern aus dem Lamersdorfer Kirchenvorstand seien, die zum Weggang geführt haben, möchte Kaniewski nicht kommentieren. „Dies ist reine Spekulation.”

Keine Spekulation ist es, dass auch die Indener Gemeindereferentin Heike Hoberg die Pfarrei verlässt. Dies bestätigte sie auf Anfrage. „Ja, ich werde mit Pfarrer Kaniewski Inden/Altdorf verlassen.” Man werde gemeinsam in einem neuen Wirkungskreis aktiv.

Auch wenn Kaniewski betont, dass er aus eigenem Entschluss die seelsorgerische Tätigkeit beendet und er den Bischof gebeten hat, ihn zu entpflichten (dem wurde entsprochen), drängen sich nicht nur für den Außenstehenden Parallelen zum Weggang von Pfarrer Otto von Danwitz auf.

Der war der Vorgänger von Kaniewski, auch er verließ quasi über Nacht seine Wirkungsstätte Inden. Von Danwitz ist mittlerweile Regionaldekan und Pfarrer von St. Anna und St. Marien in Düren.

Er wird von Amts wegen nach dem Weggang Kaniewskis die Pfarrei Inden betreuen. „Unser Pastor hat mir gesagt, dass er noch die Kommunionkinder betreuen will. Dann möchte er Inden verlassen”, sagt Braun.

Das Aachener Generalvikariat geht davon aus, dass die Pfarre in Inden erst wieder im Herbst besetzt werden kann. „Dies sehen unsere Planungen vor”, sagt Heinrichs, der über den neuen Wirkungsort des Pfarrers schweigt.
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