Düren - „In Via“: Stationäre Einrichtung für Wohnungslose in Planung

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„In Via“: Stationäre Einrichtung für Wohnungslose in Planung

Von: Sandra Kinkel
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York Somemreisen ist seit dem 1. Juni neuer Geschäftsführer des Vereins „In Via“. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Der Wechsel nach Düren war durchaus ein Risiko. „Ich hatte auf dem Vellmerhof in der Nähe von Blankenheim einen sicheren, gut bezahlten Job in leitender Position. Aber die Aufgabe in Düren hat mich einfach sehr gereizt. Auch wenn der Verein ‚In Via‘ in finanziellen Schwierigkeiten steckt.“ York Sommereisen (45) ist seit dem 1. Juni neuer Geschäftsführer von „In Via“ in Düren.

„Anfangs war es schwer“, sagt der gelernte Sozialarbeiter. „Aber mittlerweile bin ich hier angekommen.“ Eigentlich wollte York Sommereisen nach dem Abitur Maschinenbau studieren. „Ich hatte auch schon einen Studienplatz. Aber beim Zivildienst in einem Wohnheim für Suchtkranke habe ich gemerkt, dass die Sozialarbeit genau das ist, was ich machen möchte.“ Ziemlich schnell war York Sommereisen klar, dass er mit Menschen arbeiten wollte, die wohnungslos oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind. „Kinder- und Jugendarbeit wäre für mich nie in Frage gekommen“, sagt Sommereisen. „Die Arbeit mit Wohnungslosen ist ein Randgebiet der sozialen Arbeit. Das hat mich immer gereizt.“

Die Seiten gewechselt

Auf dem Vellmerhof hat York Sommereisen den Bereich Wohnungslosenhilfe geleitet, mit der neuen Aufgabe in Düren wechselt er die Seiten. „Der direkte Kontakt zu den Menschen fehlt mir schon ein bisschen. Heute bin ich dafür verantwortlich, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass die Mitarbeiter von ‚In Via‘ hier gut arbeiten können.“ Etwa 30 Männer und Frauen arbeiten für den Verein, der in Düren für die Bahnhofsmission, die Notschlafstelle in der Dechant-Bohnekamp-Straße, das Café Lichtblick und die Fachberatungsstelle zuständig ist. Sommereisen: „Den Dorfladen im Grüngürtel und die Werkstatt in der Schulstraße musste unser Verein aufgeben.“ In der Schulstraße wurden Langzeitarbeitslose auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. „Die Bundesregierung“, erklärt York Sommereisen, „hat die Mittel so stark gekürzt, dass diese Maßnahmen für uns einfach nicht mehr finanzierbar waren.“

Sommereisen, der in Euskirchen lebt, möchte den Bereich „Betreutes Wohnen“ weiter ausbauen und eine stationäre Einrichtung für Wohnungslose aufbauen. „So etwas gibt es bisher in Düren noch nicht“, sagt er. „Der Bedarf ist aber da, gerade auch für ältere Wohnungslose.“ Erste Gespräche mit dem Landschaftsverband Rheinland als Kostenträger hat es auch schon gegeben. Sommereisen: „Wir denken an 30 Plätze. Und gleichzeitig soll es für die Menschen, die hier leben, auch eine medizinische und pädagogische Betreuung geben.“

York Sommereisen hat viel vor, aber er freut sich auf seine neuen Aufgaben. „In Düren gibt es eine bunte Landschaft an sozialen Trägern. Das kenne ich so von anderen Städten nicht. Die soziale Landschaft ist hier sehr vielfältig. Das gefällt mir.“ Und das Risiko, seine sichere Stelle aufgegeben zu haben? „Das ist durchaus hoch. Aber ich habe ein gewisses Gottvertrauen, dass alles gut wird und eine positive Einstellung. Und als ich die Stellenanzeige von ‚In Via‘ gesehen habe, habe ich gedacht: Mach‘ das mal, die brauchen dich da!“

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