In Via befürchtet das Schlimmste

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„Langzeitarbeitslose wollen a
„Langzeitarbeitslose wollen arbeiten”, das weiß man bei In Via und lud zum bundesweiten Aktionstag Politiker ein. Liesel Koschorrek und Dietmar Nietan (MdB), beide SPD, informierten sich vor Ort.

Düren. Die Änderungen der Sozialgesetzgebung im letzten Jahr sei für die Betroffenen und die Verantwortlichen bei In Via ein harter Schlag gewesen. Mit den von der Bundesregierung vorgesehenen Reformen der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in 2011 würde sich die Lage dramatisch zuspitzen, das Arbeitsprojekt stünde vor dem Aus.

Auch die letzten 15 der ehemals 60 Plätze müssten gestrichen werden. Die Existenz von In Via sei gefährdet. Das erklärte Geschäftsführer Norbert Schoeller vor mehr als 50 Mitarbeitern und Gästen, die sich anläßlich des bundesweiten Aktionstages „Langzeitarbeitslose wollen arbeiten” in der Werkstatt von In Via in der Schulstraße versammelt hatten. Unter den Gästen Dietmar Nietan (MdB), die stv. Landrätin Liesel Koschorrek (SPD) und der Geschäftsführer der Caritas, Lothar Frank.

Nietan (SPD) regt Konferenz an

2008 führte In Via noch vier Maßnahmen mit insgesamt 60 Langzeitarbeitslosen durch. Die Maßnahmen waren speziell auf deren Problemlagen zugeschnitten. So waren in der Zeit fünf vollbeschäftigte Werkanleiter und eine hauswirtschaftliche Anleiterin für die Anleitung und Beschäftigung angestellt. Mit der Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente 2009 wurden nur noch eine zielgruppenübergreifende Maßnahme mit 24 Plätzen und eine Modell-Maßnahme für alkoholkranke Personen mit sechs Plätzen genehmigt.

Die Reduzierung der Plätze um die Hälfte hatte auch zur Folge, dass In Via Personal entlassen musste. Seit der weiteren Reform der Instrumente mit Beginn dieses Jahres hat der Verein nur noch eine Maßnahme im Trägerverbund mit den anderen Beschäftigungsträgern im Kreis Düren. Für das Arbeitsprojekt von In Via sind ab Juni 2011 nur noch 15 Plätze möglich. Auch die Anzahl der Brückenjobber musste drastisch heruntergefahren werden.

Wenn die von der Bundesregierung geplanten Änderungen in der Arbeitsmarktpolitik für 2012 so umgesetzt werden, wie geplant, heißt das für das Arbeitsprojekt von In Via, dass keine Maßnahmen für arbeitsmarktferne Menschen mehr durchgeführt werden können. Es wird nur noch eine reine Beschäftigung der sog. arbeitsmarktfernen Menschen gefördert, die keine sozialpädagogische Begleitung mehr ermöglicht und die durch die Forderung der Zusätzlichkeit der Beschäftigung sinnleer und ziellos erscheint und somit meist arbeitsmarktfern bleibt.

Neben dieser Thematik ist durch die geplanten Änderungen auch der Fortbestand von In Via und damit von Cafe Lichtblick, der Bahnhofmission, der Notunterkunft in der Dechant-Bohnekamp-Straße und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins mehr als gefährdet.

Die beiden SPD-Politiker versprachen, in Berlin und Düsseldorf, in Stadt und Kreis alles in ihrer Macht stehende zu tun, um das drohende Aus des Projektes zu verhindern. Nietan regte an, eine Konferenz aller Kommunalpolitker in Stadt und Kreis durchzuführen, um die Verantworlichen vor Ort auf die katastrophale Lage all der Menschen, für die das Arbeitsprojekt ein Funken Lebensqualität war, hinzuweisen, wach zu rütteln und das Projekt doch noch zu retten.
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