In Trauer und Freude: Gregor Pütz hisst die richtige Fahne

Von: mv
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Hausmeister Gregor Pütz mit d
Hausmeister Gregor Pütz mit der Tibet-Flagge, die einmal im Jahr vor dem Dürener Rathaus flattert. Foto: Margret Vallot

Düren. Gut 40 Flaggen hat der Hausmeister vom Dürener Rathaus in seiner Obhut. Gregor Pütz (64) kramt sie zu Feier- und Trauertagen hervor. Die Fahnen mit dem Dürener Wappen liegen immer griffbereit an seinem Arbeitsplatz, die anderen sind in einer kleinen Kammer zusammen mit der Karnevalsdekoration untergebracht. Ab sofort muss zu allen überörtlichen Beflaggungstagen auch die Europaflagge gehisst werden.

Mit Flaggen kennt Pütz sich aus. „Ich pass immer auf, dass der Adler nicht auf dem Kopf steht”, sagt er und erinnert sich nicht, dass ihm jemals beim Beflaggen des Rathausvorplatzes ein Missgeschick passiert ist. Mit der Europaflagge ist das nicht so einfach. Die Fahne zeigt einen Sternenkranz auf blauem Grund, die Spitzen der Sterne müssen nach oben zeigen.

„Peinlich” wäre es, wenn mal für Gäste aus Frankreich deren Nationalflagge falschrum aufgehängt würde. „Das wäre dann wohl die Luxemburg-Fahne”, vermutet Pütz. Vorrätig sind im Rathaus die Flaggen der Partnerstädte und die von Tibet, dazu die Nationalflaggen von China, der Ukraine, Bosnien, Türkei, Frankreich und Österreich.

Und wenn mal eine Flagge im Sortiment fehlt? Dann macht sich Pütz auf zur Firma Isola, denn die hat wegen ihrer internationalen Geschäftskontakte jede Flagge der Welt vorrätig und leiht alles unkompliziert aus. Ob Maimarkt oder Annakirmes, Stadtfest, Kindertrödelmarkt, Fronleichnam oder zu den Jazztagen: Fünf Masten werden bestückt.

Vor 7 Uhr morgens darf keine Fahne flattern, und vor Anbruch der Dunkelheit müssen alle eingeholt werden. So stehen die Masten über Nacht leer, „und deshalb ist auch noch nie eine Fahne weggekommen.” Es gibt in Deutschland für alles eine Verordnung, auch für Beflaggungstage. Da ist zum Beispiel der 23. Mai (Jahrestag des Verkündung des Grundgesetzes). Oder der 17. Juni oder der Tag des Attentats auf Hitler (20. Juni).

Als die Katastrophe von Duisburg geschah, hingen die Flaggen auf Halbmast. Desgleichen am 11. September 2001 und eine Woche lang wegen des Erdbebens mit anschließender Atom-Katastrophe in Japan. Per Fax und E-Mail kommen die Anordnungen zum Beflaggen aus dem Innenministerium nach Düren.

Die jüngste Anordnung betrifft den 27. August, den Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen. Flaggen von Stadt, Land NRW und Deutschland hisst Pütz dann. Fahnen sind 150 mal 300 Zentimeter groß. Im Laufe der Jahre wurden einige vom Wind zerfleddert, dann werden in Wuppertal neue bestellt.

Seit 39 Jahren gehört das Flaggen zu den Aufgaben des Hausmeisters, und das pünktliche Beflaggen hat er noch nie vergessen.
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