Kreis Düren - In Sachen Inklusion gibt es noch jede Menge Gesprächsbedarf

alemannia logo frei Teaser Freisteller

In Sachen Inklusion gibt es noch jede Menge Gesprächsbedarf

Von: kin
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der nordrhein-westfälische Landtag das Gesetz zur Inklusion in den Schulen verabschiedet. Damit bekommen die Eltern das Recht zu entscheiden, ob ihr behindertes Kind ab dem Schuljahr 2014/15 eine Regel- oder eine Förderschule besuchen soll. Diese Wahlfreiheit gilt allerdings zunächst nur für die Klassen eins und fünf.

„Das Gesetz ist verabschiedet“, sagt Maria Kaptain, Leiterin des Schulamtes des Kreises Düren, „aber es sind natürlich noch sehr viele Fragen offen.“ In der kommenden Woche soll es deswegen ein erstes Gespräch mit Vertretern des Schulaufsicht und dem Landrat geben. Trotzdem sind die Verantwortlichen auf das Thema vorbereitet.

Immerhin ist die Bundesrepublik Deutschland der UN-Behindertenkonvention beigetreten. Und diese Charta sieht unter anderem auch den gemeinsamen Schulbesuch von behinderten und nicht behinderten Kindern vor. Es gibt beim Kreis Düren schon lange einen Arbeitskreis, der sich mit dem Thema auseinandersetzt, und es finden regelmäßig Fortbildungen zu dem Thema statt. Maria Kaptain: „Ich denke schon, dass unsere Grundschulen und vor allem auch die Lehrer schon jetzt sehr gut vorbereitet sind. Aber das ist eben nicht alles.“

Eine Frage, die noch offen sei, so Maria Kaptain, sei beispielsweise die personelle Ausstattung der Schulen. „Oder auch die Größe der Lerngruppen.“ Die Landesregierung argumentiere, dass keine finanzielle Unterstützung für die Kommunen geben müsse. Und auch nicht mehr Personal. „Und das wird in den einzelnen Städten und Gemeinden natürlich anders gesehen“, so Maria Kaptain.

„Und wir rechnen auch damit, dass es Klagen geben wird, wenn die finanzielle Unterstützung der Kommunen ausbleibt.“ Sie selbst, sagt die Leiterin des Schulamtes deutlich, halte kleinere Klassen oder zwei Lehrer pro Lerngruppe unabdingbar, um einen qualitativ hochwertigen, inklusiven Unterricht zu gewährleisten.

Ein wichtiges Thema in dem Zusammenhang ist auch der Fortbestand der Förderschulen im Kreis Düren. „Ich kann das Verhalten der Eltern sehr schwer einschätzen“, sagt Maria Kaptain. „Aber wenn immer weniger Eltern ihre Kinder auf Förderschulen anmelden, wird das eventuell auch im Kreis Düren dazu führen, dass Förderschulen geschlossen werden müssen.“

Und auch hier seien Verwaltung und Schulaufsicht gefragt. „Wir brauchen natürlich über den Kreis Düren eine sinnvolle Verteilung von Förderschulen. Damit zum Beispiel auch die Schulwege für die Kinder nicht zu lang werden. Der Gesprächsbedarf ist groß.“ Wirksam wird das nordrhein-westfälische Inklusionsgesetzt übrigens erst zum nächsten Schuljahr – so lange ist auch im Kreis Düren Zeit für die Umsetzung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert