In Düttling kommt es auf jede Sekunde an

Von: Sandra Kinkel
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Mehrere Generationen Bobbycar-
Mehrere Generationen Bobbycar-Rennfahrer: Für Andreas (48), Noah (6), Roland (28) und Kamil (16) war das zehnte Bobbycar-Rennen im Heimbacher Stadtteil Düttling eine riesengroße Gaudi. Foto: Sandra Kinkel

Heimbach-Düttling. Philipp Reithmeier, 5 Jahre, hat nur einen einzigen Wunsch: Er will eines Tages Formel-1-Rennfahrer werden. Am Sonntag hat der Junge beim zehnten Bobbycar-Rennen im Heimbacher Stadtteil Düttling vielleichte einen ersten Meilenstein in Sachen Rennfahrerkarriere gesetzt.

In seiner Altersklasse hat Philipp das Rennen gewonnen. Mit fast zehn Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten.

Rund 40 Teilnehmer zwischen zwei und 48 Jahren waren beim Düttlinger Bobbycar-Rennen mit von der Partie, die meisten kommen aus Düttling und den umliegenden Orten. Die Idee zu der riesigen Gaudi hatte vor etwas mehr als zehn Jahren Hans-Peter Klein. „Das Rennen ist eigentlich aus einer Bierlaune entstanden. An der Theke im Dorfgemeinschaftshaus. Meine Frau hat damals zu mir gesagt: ?Mensch, mach doch mal was für Kinder hier in Düttling. Seitdem gibt es das Bobbycar-Rennen.”

Gefahren wird immer auf der Trierer Straße in Düttling, der einzigen Fahrbahn in dem Dörfchen mit 87 Einwohnern, die abschüssig ist. Tobias Bierth, der vor wenigen Wochen Hans-Peter Klein als Vorsitzenden des Vereins „Dorfgemeinschaft Düttling” abgelöst hat: „Bei Regen ist das Lenken mit den Bobbycars nicht so einfach. Die Plastikräder rutschen einfach nur gerade aus. Deswegen haben wir heute einen Parcours mit etwas weniger Slalom gesteckt.” Jeder Rennfahrer absolviert drei Läufe, die Zeiten werden addiert. „Die schnellsten”, sagt Hans-Peter Klein, „sind mit 20 Stundenkilometern unterwegs.”

Ob Kinder oder Erwachsene besser fahren, wollte Tobias Bierth nicht verraten. „Wer schwerer ist, ist schneller”, sagt er, „aber er tut sich auch mit dem Lenken schwerer. Ich glaube, Erwachsene können genauso gut fahren wie Kinder.” Das sieht Roland (28) aus Schmidt ähnlich. Er ist am Sonntag zum ersten Mal beim Düttlinger Bobbycar-Rennen gestartet und hat etliche Trainingsläufe absolviert. Und sein orangefarbenes Bobbycar ordentlich „gepimpt”, wie er es nennt. Vorne drauf hat er vier Ringe gemalt, weil die gemeinte bayerische Automarke „ziemlich schnelle Fahrzeuge baut”, außerdem hat Roland das Lenkrad an seinem Renn-Bobbycar versetzt, und die Achsen verstärkt. „Ich hatte Angst, dass das Auto mein Gewicht nicht aushält.”

Diese Veränderungen sind übrigens laut Rennordnung erlaubt, schließlich wollen Hans-Peter Klein und Tobias Bierth nicht, dass es auf der Strecke zu Katastrophen, wie zusammengekrachten Fahrzeugen kommt. Deswegen müssen alle auch mit Helm fahren, manche tragen zusätzlich Knieschoner, alle haben alte, feste Schuhe an, die beim Bremsen in Mitleidenschaft gezogen werden.

„Die Allermeisten”, sagt Hans-Peter Klein, „leihen sich bei uns ein Bobbycar aus.” Davon hat der Verein mindestens 30. Die hat Klein alle besorgt. „Ich bin auf Trödelmärkten immer auf der Suche nach Bobbycars. Oder wenn Sperrmüll ist. Und ich finde auch immer welche.” Übrigens ist das Bobbycar-Rennen längst nicht die einzige Veranstaltung, die der Verein „Dorfgemeinschaft” organisiert. Es gibt noch ein Kartoffelfest zum Erntedank und seit dem vergangenen Jahr auch wieder eine Kirmes.

Alle Gewinner des Bobbycar-Rennens

Das Bobbycar-Rennen in Düttling wurde in fünf Kategorien gefahren: Null bis fünf Jahre, sechs bis zehn, 11 bis 17 und 18 bis 99. Bei den Erwachsenen gab es eigene Wertungen für Männer und Frauen.

Gewonnen haben Philipp Reithmeier (vor Tobias Hermann und André Lorfink-Klein), Sophie Golbach (vor Jana Thelen und Elias Lauterbach), Christina Thielen (vor René Lennartz und Lavinia Müller), Melina Müller (vor Beatrix Kelleners und Claudia Mettick) sowie Joachim Reinartz (vor Kamil Bleß und Andreas Schneemann-Bleß).

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