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Immer wieder ein Gänsehaut-Gefühl

Von: Ingo Latotzki
Letzte Aktualisierung:
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Bildnummer: 09188442 Datum: 10.12.2011 Copyright: imago/MIS
10.12.2011, Fussball 1.Bundesliga 2011/2012, 16.Spieltag, FC Augsburg - Borussia Mönchengladbach, in der SGL-Arena Augsburg. Mannschaftsarzt Dr. Stefan Porten (re) kümmert sich um die Platzwunde an Martin Stranzl (li, beide Gladbach) seinem Kopf. ; Fussball GER 1. BL 2012 xsp x0x 2011 quadrat Fussball Soccer Football Herren Männer Fußball saison 2011 / 2012 2011/2012 11/12 Deutschland 1.Liga Liga1 FCA verletzt Verletzung Schmerz Kopfverletzung Schmerzen Doktor Arzt behandeln Behandlung

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Düren. Es ist immer noch ein Erlebnis. Der Moment, wenn Dr. Stefan Porten in ein Stadion kommt, ist ein ganz besonderer Moment. „Die Atmosphäre, die Menschen”, das ist einfach klasse.”

Zuletzt ist Porten, 35, häufiger in Stadien gewesen, in den großen Stadien der Republik. Dr. Stefan Porten ist Mannschaftsarzt von Borussia Mönchengladbach.

Den Job macht er hauptsächlich am Wochenende. Ansonsten arbeitet Porten als Orthopäde im St.-Augustinus-Krankenhaus in Lendersdorf. Als im vergangenen Jahr Dr. Jens-Felix Kühlmorgen überraschend mit nur 44 Jahren starb, wurde Porten gefragt, ob er sich vorstellen könne, Kühlmorgens Nachfolge als Team-Doc der Borussia anzutreten. Porten konnte. „Ein Traumjob ist das”, sagt er.

Kein Wunder. Der Sportmediziner kommt aus Mönchengladbach und trägt die Raute im Herzen. Er ist Fan der Überraschungsmannschaft aus Gladbach, jetzt noch mehr als früher. „Ich kann kein Spiel mehr einfach so gucken”, sagt er. Geht nicht mehr. Der Adrenalinausstoß ist hoch, wenn die Borussia spielt, erst recht, wenn sie so erfolgreich spielt wie diese Saison. Platz vier. Das bedeutet: Qualifikation zur Champions League.

Für Porten bedeutet das: ein paar Auswärtsspiele mehr. Der Lendersdorfer Orthopäde teilt sich seinen Job in Gladbach mit einem anderen Mediziner. Der ist für die Heimspiele zuständig, Porten muss ran, wenn die Gladbacher reisen. Von Freitag bis Sonntag ist er dann unterwegs. „Wir stellen ihn gerne frei”, sagt Dr. Jörn Hillekamp, 47, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Augustinus-Krankenhaus. „Letzlich festigt das ja auch unseren guten Ruf.”

Manch einer spricht längst von der Borussia-Klinik im Dürener Stadtteil. Auch Hillekamp hat einen engen Bezug nach Mönchengladbach, er wuchs einen Steinwurf vom Bökelberg entfernt auf und war als Jugendlicher Hockey-Nationalspieler. Er kennt Fußball-Größen wie Ex-Nationaltorwart Wolfgang Kleff und Ewald Lienen, weil es schon mal gemeinsame Übungseinheiten gab. Und auch andere Ärzte aus Lendersdorf tauschen bisweilen den Arztkittel gegen den Fan-Schal, wenn Gladbach spielt.

Dr. Stefan Porten trägt nicht unbedingt einen Fanschal, ist aber dennoch sehr dicht dran an den Profis. Dass anfangs sein Herz pochte wie nach einem Fünf-Kilometer-Lauf, liegt auf der Hand. „Gott sei Dank habe ich immer die richtigen Entscheidungen getroffen”, sagt Porten, der in den großen Stadien der Republik mitunter auch unter den Augen von Millionen Zuschauern behandeln muss. Das war alles neu für ihn, mittlerweile aber kennt er die Profis so gut, dass er einschätzen kann, wie jeder einzelne zu behandeln ist.

Es überrascht nicht, dass Dr. Stefan Porten Sportler durch und durch ist. Der 35-Jährige hat nicht nur Medizin studiert, sondern war auch an der Sporthochschule in Köln. Ein Mann vom Fach. Dieser Tage allerdings ein etwas gehandicapter Mann vom Fach. Porten hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen, eine schwere Verletzung, die er sich beim Fußball holte. Aber auch mit Gehhilfen war er im Einsatz. Nicht bei irgendeinem Spiel. „Nein, das war im Pokal-Halbfinale gegen Bayern München”, sagt er. Eines der „ganz großen Erlebnisse” in dieser Saison. Wie das Spiel gegen Dortmund, als die Truppe von Trainer Jürgen Klopp die Meisterschaft feiern konnte. Das sind die Momente, die mehr noch als andere haften bleiben. Momente für die Ewigkeit. Momente, die Porten vielleicht noch seinen Enkeln erzählen wird.

Dieser Tage erwartet seine Frau das zweite Kind, eine Tochter, zwei Jahre jung, hat das Paar bereits. Wie es mit Gladbach sportlich weiter geht, ist eine spannende Frage, nachdem drei Leistungsträger den Verein verlassen haben. „Mal schauen, wie es auf europäischer Ebene läuft”, sagt er und lächelt. Für ihn dürften die Spiele wieder zu ganz besonderen Momenten werden.

Tennisspieler und Skifahrer

Dr. Stefan Porten, Jahrgang 1977, ist in Mönchengladbach geboren und als Mannschaftsarzt Nachfolger von Jens-Felix Kühlmorgen, der mit 44 Jahren auf einer Wanderung an Herzversagen starb. Auch Kühlmorgen war im St-Augustinus-Krankenhaus beschäftigt. Dr. Porten versucht trotz seines randvollen Terminkalenders mehrmals in der Woche noch selbst Sport zu treiben. Unter anderem spielt er Tennis, fährt Ski oder macht Fitnesstraining.

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