Düren - Immer mehr Kinder in Armut

Immer mehr Kinder in Armut

Von: oha
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Düren. Die Arbeiterwohlfahrt schlägt Alarm: Immer mehr Kinder in Düren müssen in Armut leben. Viele Eltern können nicht einmal mehr das Mittagessen für ihren Nachwuchs bezahlen.

Diesen Notruf kann AWO-Kreisvorsitzender Johannes Veith mit nackten zahlen untermauern. So erhielten in den 14 Tageseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt in Düren 341 Kinder eine Übermittagsbetreuung. 91 Kinder davon (31 Prozent) konnten die 1,50 Euro pro Mittagessen nicht aufbringen.

Nur durch Hilfe der Stadt und durch Spenden konnte verhindert werden, dass diese Kinder den ganzen Tag mit leerem Magen verbringen müssen. In Norddüren ist es besonders schlimm. Von 33 Kindern, die in der Kindertagesgesstätte Lollypop regelmäßig zu Mittag essen, können, so Leiterin Melanie Weingartz, 26 ihr Essen nicht bezahlen. Tendenz steigend!

„Ob Kinder satt werden, darf nicht von Sponsoren abhängen”, fordert Johannes Veith. „Es gibt nichts Schlimmeres, als seinen Kindern kein Mittagessen bezahlen zu können.”

Doch Kinder aus benachteiligten Familien müssen nicht nur Hunger leiden. Sie sind auch einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt und scheitern häufiger im Bildungssystem. Kinder aus ärmeren Familien Sie werden oft nicht zur vorgeschriebenen Untersuchung U 5 beim Arzt gebracht. Sie weisen häufig im Vorschulalter noch Sprachdefizite auf. Die AWO hat deshalb gestern ein Zehn-Punkte-Programm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Düren vorgelegt.

Grundforderung: Alle Ämter und Organisationen in der Stadt, die in irgendeiner Weise mit dem Kindeswohl befasst sind, müssen unter Federführung des Jugendamtes an einen Tisch geholt werden. Damit Hilfe gebündelt und nicht von mehreren Einrichtungen parallel angeboten wird. Zuständigkeiten müssten klar geregelt werden, so die AWO. Damit Eltern nicht weiter von einer Adresse zur nächsten geschickt würden, sondern ihnen sofort der geeignetste Ansprechpartner für ihr Problem genannt werden könne.

Notfalls müsse die Familien- und Gesundheitshilfe eben auch zu den Eltern nach Hause kommen, so AWO-Fachberaterin Elfriede Nöldgen. Der Gedanke ist: Eltern und Kinder sollten bei Bedarf möglichst vom Geburtsvorbereitungskurs über die Krabbelgruppe und den Kindergarten bis zur Schule durchgehend begleitet werden. Johannes Veith: „Wir müssen endlich ein schlüssiges Konzept entwickeln, anders ist die Kinderarmut nicht in den Griff zu bekommen.”
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