Im Schlingerkurs will Obladen die Partei stärken

Von: Burkhard Giesen
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Ist an seiner eigenen Partei vorerst gescheitert: CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Obladen.

Nideggen. Es ist ein Kurswechsel. Ein neuerlicher. Deutlicher als erwartet hat sich CDU-Fraktionsvorsitzender Walter Obladen bei der Delegiertenversammlung mit 16:11-Stimmen als Bürgermeisterkandidat gegen die überparteiliche Bewerberin Margit Göckemeyer durchsetzen können.

Zwei der 29 Delegierten konnten sich nicht entscheiden. Gerade mal 70 Minuten hatte die Versammlung gedauert und die Wahl des Kandidaten nahm dabei noch die kürzeste Zeit ein.

Jeweils rund fünf Minuten lang stellten sich beide Kandidaten den Delegierten vor und Obladen präsentierte sich dabei als der Mann, der die in tiefen Grabenkämpfen zerstrittene Partei wieder stark machen will.

„Wir müssen uns als eigenständige Partei mit eigenen Köpfen und eigenem Programm präsentieren”, forderte er die Delegierten auf und erklärte zum wichtigsten Ziel ein Sieg der Partei bei der Kommunalwahl - und nicht unbedingt des Kandidaten. Das ist der Kurswechsel, dem die Delegierten später folgten.

Nicht die Frage der Ablösung von Amtsinhaber Willi Hönscheid steht für die CDU ab sofort im Vordergrund, sondern die eigene Stärke im Stadtrat, die im Idealfall an absolute Mehrheiten vergangener Zeiten anknüpft.

Obladen: „Sie entscheiden, wie das Bild der CDU Nideggen aussieht. Die CDU hat über 15 Jahre die Politik in Nideggen maßgeblich bestimmt. Die Stadt ist in der Infrastruktur hervorragend aufgestellt - das ist unser Verdienst.”

„Nideggen wieder handlungsfähig machen”, lautete hingegen die Kernthese von Margit Göckemeyer, die eine gut aufgestellte Verwaltung unter ihrer Regie als Voraussetzung dafür nannte, dass die Politik wieder Entscheidungen treffen könne.

Ein stärkeres Engagement im Bereich der Tourismusentwicklung, bei Gewerbeansiedlungen und Angeboten für junge Menschen forderte sie - blieb dabei aber eher unverbindlich.

Es war keine kämpferische Vorstellung und nur an einer Stelle versuchte sie die Delegierten in die Pflicht zu nehmen, in dem sie daran erinnerte, dass sie sich schließlich auf eine Stellenanzeige beworben habe, die von der CDU mit ausgeschrieben worden war.

Das beeindruckte die Delegierten offenbar wenig, die den bisherigen Schlingerkurs der Partei unbeirrt fortsetzen und damit auch den Vorstand düpierten.

Tags drauf äußerte sich Albert Weimbs verhalten: „Der Vorstand wollte den Weg mit Frau Göckemeyer gehen. Aber dieses Ergebnis gilt es zu akzeptieren.” Das klingt nicht nach Begeisterung.

Zieht er Konsequenzen? „Das muss im Vorstand beraten werden”, sagt er. Der tagt in zwei Wochen.

„Herrn Obladen als Hoffnungsträger zu wählen ist eine Entscheidung für die Linie der Partei - nicht für die Stadt””, betonte am Dienstag Margit Göckemeyer, die es nun im Rennen um die Bürgermeisterkandidatur nicht einfacher haben wird.
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