Im Kampf gegen Container muss St. Arnoldus ran

Von: Sandra Kinkel
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Der Heilige Arnoldus sollte am
Der Heilige Arnoldus sollte am Sonntag helfen, dass die Landschaft nicht durch einen Container-Bahnhof verschandelt wird. Foto: Sandra Kinkel

Düren/Merzenich. „Wir sagen, der Container-Bahnhof kommt nicht. Ganz klar.” Für Peter Hemgenberg und Michael Breuer ist die Sache klar. Die beiden Männer der Bürgerinitiative Arnoldsweiler-Merzenich wollen kein Container-Terminal zwischen Merzenich und Arnoldsweiler.

Dagegen kämpfen sie und ihre Mitstreiter von der Bürgerinitiative mit allen Mitteln.

Am Sonntag hatten die Container-Terminal-Gegner ihre erste große Protestveranstaltung organisiert. Dabei sollte der Heilige Arnoldus gegen das geplante Container-Terminal helfen.

Die Arnoldus-Sage ist den meisten Menschen in Arnoldsweiler bestens bekannt: Als Karl der Große im Bürgewald bei Arnoldsweiler zur Jagd ging, bemerkte Arnoldus, der zum Gefolge des Kaisers gehörte, die große Armut der Bauern. Karl versprach Arnoldus daraufhin, ihm und damit den armen Bauern so viel Wald zu geben, wie Arnoldus in der Zeit umreiten konnte, in der Karl der Große sein Mahl halte. Durch häufigeren Pferdewechsel gelang es Arnoldus, den kompletten Wald in der kurzen Zeit zu umreiten. Der so genannte Arnoldusritt jährt sich in diesem Jahr zum 1250. Mal.

„Massive Folgen”

„Arnoldus”, so Michael Breuer, „hat damals dafür gesorgt, dass die Menschen wieder in ihren Wald rein konnten und für ihr Leben sorgen konnten. Heute soll er uns helfen, dass wir weiter in unser Gebiet können, und die Landschaft hier nicht durch einen Container-Bahnhof verschandelt wird.”

Das genau befürchten Michael Breuer und Peter Hemgenberg nämlich. „Der Container-Bahnhof”, so Hemgenberg, „soll 80 bis 120 Hektor groß werden. Das wird massive Folgen für die Menschen in Arnoldsweiler und Merzenich haben.”

Die Wohnqualität würde deutlich gemindert, wertvolle, sehr fruchtbare Felder würden verschwinden. 24 Stunden am Tag, sieben Tage der Woche und auch an Sonn- und Feiertagen würde es ein unerträgliches Maß an Lärm und Dreck geben. „Bis jetzt”, sagt Michael Breuer, „sind noch keine Anträge bei der Bezirksregierung gestellt. Es gibt nur einen Werbefeldzug für das Terminal von Landrat Wolfgang Spelthahn und der Dürener Rurtalbahn. Wir sind aber davon überzeugt, dass wir den Container-Bahnhof verhindern können.” Und Peter Hemgenberg ergänzt: „Es geht einfach nicht, dass man so ein riesiges Projekt plant, ohne die Bevölkerung mitzunehmen.”

Auch das Argument, dass durch das Terminal viele Arbeitsplätze geschaffen würden, lassen Hemgenberg und Breuer nicht gelten. Wenn auf dem Container-Bahnhof 40 Leute arbeiten, sei das viel, sagt Peter Hemgenberg. Und ob es wirklich neue Firmen gebe, die sich wegen des neuen Bahnhofs ansiedeln, könne heute noch überhaupt keiner sagen.

Den Arnoldus spielte an diesem Tag Alexa von Lonski, die mit Bart und in entsprechendem Kostüm die Fläche des geplanten Terminals auf einem Schimmel umritt. Für die weit über 600 Menschen, die zu dem Spektakel gekommen waren, gab es ein buntes Rahmenprogramm mit mittelalterlichen Spielen für die Kinder, Musik und vielen Gesprächen mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative.

Als Arnoldus von seinem Ritt zurückkehrte, kam er in Begleitung von zehn weiteren Reitern und enthüllte eine Gedenktafel. „Zu Kaiser Karls Zeiten litten die Bürger darunter”, heißt es auf der Tafel, „überlebensnotwendiges Holz aus den Wäldern gewinnen zu dürfen. Heute leiden wir darunter, dass man uns in unserer modernen und hektischen Zeit notwendige Erholungsflächen und eine lebenswerte Heimat nehmen und durch krankmachende Industrieflächen ersetzen möchte.”

„Für uns”, so Peter Hemgenberg, „ist das die erste größere Veranstaltung. Und der enorme Erfolg gibt uns ja auch Recht. Es werden auf jeden Fall weitere folgen.”
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