Düren - Im Grüngürtel: „Es ist friedlicher geworden”

Im Grüngürtel: „Es ist friedlicher geworden”

Von: Sandra Kinkel
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Begeistert üben die Kinder de
Begeistert üben die Kinder der Dürener Grüngürtelschule mit Nadine Sprenger vom Verein „Gewaltfrei lernen” bestimme Übungen. Foto: kin

Düren. Mardoche, Michelle, Liva, Berhan und Askim tun gerade so, als ob sie eine kleine Kröte wären. Aber eine ganz schön starke Kröte. Eine Kröte, die man nicht umwerfen kann. Die Jungen und Mädchen der Gründgürtelschule in Düren haben mächtig Spaß bei dieser Übung.

Und die dient irgendwann vielleicht dazu, dass es an der Grüngürtelschule friedlicher zugeht, die Kinder einfach entspannter sind. Als erste Dürener Grundschule beteiligt sich die Grüngürtelschule an dem Projekt „Gewaltfrei lernen”, das von dem gleichnamigen Kölner Verein angeboten wird.

Alle 17 Lehrerinnen und Lehrer der Grüngürtelschule mit gut 200 Schülerinnen und Schülern sind fortgebildet worden, klassenweise nehmen die Kinder an einer Doppelstunde Training mit Nadine Sprenger vom Verein „Gewaltfrei lernen” teil.

Die Trainerin erklärt: „In erster Linie lernen die Kinder ein besseres Sozialverhalten und wie sie mit Konflikten auf dem Schulhof umgehen sollen.” Die Übung mit der Kröte dient beispielsweise dazu, das Bedürfnis der Kinder, miteinander zu raufen, zu stillen. Nadine Sprenger: „Und die Kinder lernen natürlich dabei auch gewisse Regeln. Zum Beispiel, dass aus harmlosen Raufspielen nicht immer ernst werden muss. Und dass auf jeden Fall Schluss sein muss, wenn einer nicht mehr will.”

Darüber hinaus lernen die Grüngürtelschüler noch, wie man sich befreien oder auch ohne Tritte wehren kann. „Wenn man festgehalten wird”, sagt Michelle (8), „sollte man am besten nicht zurücktreten. Weil man dann Ärger mit der Lehrerin bekommt. Und der andere zurücktritt. Und dann wird der Streit immer nur noch größer. Und das ist ja blöd. Weil der Streit ja eigentlich aufhören soll.” Und Berhan (8) ergänzt: „Ich habe mich öfter schon mit meinem Freund gezankt und dann wieder vertragen. Ich finde es gut, dass wir das jetzt lernen.”

Gelernt haben die Jungen und Mädchen auch, wie man richtig nein sagt, wenn man etwas nicht möchte. „Man muss stehen wie ein Baum”, sagt Liva. „Und dem anderen in die Augen gucken. Dann streckt man die Hand aus und sagt ganz laut, ?Stopp! Das möchte ich nicht!” Natürlich ist allen Verantwortlichen klar, dass dieses Verfahren nicht beim ersten Mal funktioniert und es trotzdem immer noch Streitereien an der Schule gibt. „Diese Techniken”, so Nadine Sprenger, „müssen natürlich auch immer wieder trainiert werden. Und deswegen haben wir ja auch die Lehrer ausgebildet, damit die auch in Zukunft immer mal wieder mit den Schülern arbeiten können.” Trotzdem trägt das Projekt erste Früchte, wie Schulleiterin Ingeborg Pauli verrät. „Die Kinder versuchen, das Gelernte umzusetzen. Und sind mit viel Spaß bei der Sache. Insgesamt ist es friedlicher geworden.”

18 Schulen in ganz NRW machen mit

18 Grundschulen in ganz Nordrhein-Westfalen beteiligen sich an dem Programm „Gewaltfrei Lernen”, die Katholische Grundschule „Am Grüngürtel” ist die erste Schule aus Düren, die mitmacht.

Finanziert wird das Projekt mit Hilfe der Spardabank, die 4200 Euro zur Verfügung gestellt hat. Damit sind zwei Drittel der Kosten gedeckt. Der Rest wird aus dem Fortbildungsfond der Schule und Schülerbeiträgen (sechs Euro) bezahlt.

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