Im „Farblabor“ wird fantasievoll experimentiert

Von: Bruno Elberfeld
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Die Künstlerin Uschi Kütz mit Schülern hinter dem riesigen Farbenteppich. Foto: Bruno Elberfeld

Müddersheim. Wer kennt sie nicht aus eigener Anschauung, die modernen Schulen? Lange Flure, ebene Wege, riesige Fenster, praktisch, einfach, gut. In der Grundschule Müddersheim ist das zurzeit etwas anders. Den Besucher empfängt eine überraschende Farbenpracht, die ihm von allen Seiten entgegenleuchtet.

In einem Flur dringt das Sonnenlicht durch ein Farbenfenster ein. Die Strahlen werden gebrochen und berühren eine bunte Gartengarnitur. Zum Sitzen sind Stühle und Tische nicht mehr so sehr geeignet, dafür sind ihre Flächen zu bunt, geben die ganze Vielfalt wieder, die auf ihnen Platz findet.

Die Aachener Künstlerin Uschi Kütz, die seit vielen Jahren in Sachen Kunst in Einrichtungen für Kinder unterwegs ist, verwirklichte mit Lehrern und Kindern das Projekt „Farblabor“. Beteiligt waren an den Projekttagen neben der Grundschule Müddersheim die Grundschule Kelz und die Integrative Tagesstätte „Knirpsenland“ aus Kelz.

Uschi Kütz arbeitet gerne mit Kindern. „Kinder arbeiten intuitiv. Sie überlegen nicht lange und somit werden ihre Werke authentisch“, nennt Kütz einen der vielen Gründe, warum sie so gerne mit Kindern arbeitet. Und an die Adresse der vielen Besucher bei der Präsentation der Farbwerke gewandt: „Eure Kinder sind spitze!“

Die Besucher konnten sich ein Bild von dieser Aussage machen. In einem Klassenzimmer lag ein riesiger Farbenteppich, zusammengesetzt aus vielen hundert durchsichtigen Sortierkästchen, wie sie die Heimwerker mit Schrauben in ihrer Werkstatt stehen haben.

In den Kästchen prächtig anzusehen alle möglichen Farben, in Wasser aufgelöst. Je nach Lichteinfall und Standort springen den Betrachter einzelne Farben an, melden sich vorwitzig, während andere sich im Hintergrund halten.

In weiteren Räumen empfingen die Gäste andere Rauminstallationen: Die Schulküche verwandelte sich in eine Farbenküche. Mit Lebensmittelfarben, gefangen in Plastik, lassen sich kreative Effekte erreichen. Gebrauchsgegenstände aller Art, aus Plastik, verschönern nun farblich und in bunter Vielfalt, wie das Leben selbst sein sollte, die Räume der Grundschule.

Die Schüler lernten durch Experimentieren Farben kennen, mischten sie zu neuen Farbtönen, wissen jetzt Grundfarben von anderen Nuancen zu unterscheiden, sehen die Türme von Manhattan in Spektralfarben.

Noch eine tolle Erkenntnis: Farben können klingen. Mit geschlossenen Augen fielen den Mädchen und Jungen dazu Melodien ein. „Und höchst interessant“, verriet Uschi Kütz, „Kinder können mit Farben – ohne Sprache – Gedanken und Gefühle ausdrücken.“

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