Hunderte setzen ein Zeichen für Religionsfreiheit und Toleranz

Von: Sandra Kinkel
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Die Künstler Carmen Dietrich (links) und Gregor Merten haben das Projekt „Engel der Kulturen“ initiiert. Sie waren auch in Düren, als das Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt die vorbildliche Aktion mit sehr viele Leben gefüllt hat. Auch viele Schüler haben sich beteiligt.

Düren. „Es war eine Kunstaktion. Es war aber auch eine interreligiöse Bewegung, die viele kulturelle Aspekte hatte.“ Walter Amberg gehört genau wie Monika Ollig, Walter Derichs, Walter Mörsch und Burhan Cetinkaya zum Vorbereitungsteam „Engel der Kulturen“.

Einen ganzen Nachmittag lang stand dieses Kunstwerk von Carmen Dietrich und Gregor Merten – also ein „Engel der Kulturen“ aus Stahl – in Düren im Mittelpunkt. Im Mittelpunkt eines großen Demonstrationszuges durch die gesamte Innenstadt.

„Dieses Projekt“, sagt Burhan Cetinkaya, „ist ein interkulturelles Projekt. Und Düren ist ja auch eine internationale Stadt, eine interkulturelle Stadt. 28 Prozent der Menschen, die hier leben, haben einen Migrationshintergrund. Hier ist der Alltag international, und das haben wir auch deutlich gemacht.“ An dem Projekt „Engel der Kulturen“ haben sich schon über 50 Städte aus ganz Deutschland beteiligt, an der Rur waren nehmen dem Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt die katholische und evangelische Kirche, die griechisch-orthodoxe Kirche, Vertreter der Ditib-Moschee in der Veldener Straße, die alevitische Gemeinde, die jüdische Gemeinde aus Aachen und die Bahà‘i – Gemeinde aus Jülich mit von der Partie.

Burhan Cetinkaya: „Die Vorbereitungen haben ein Jahr gedauert, wir haben uns einmal im Monat und am Schluss sogar noch häufiger getroffen. Wichtig war uns, dass schon im Vorfeld die Vertreter der verschiedenen Religionen miteinander kommunizieren.“

Dass das Projekt die Menschen in Düren berührt hat, wird deutlich, wenn man sieht, wie viele Gruppen und Vereine, aber auch Schulen und Kindertagesstätten an dem Zug durch die Stadt beteiligt haben. „Die Resonanz war wirklich großartig“, sagt Monika Ollig. „Und jetzt hoffen wir natürlich, dass diese Aktion auch in die Zukunft ausstrahlt.“ Und deswegen ist die Aktion „Engel der Kulturen“ in Düren längst nicht mit dem Demonstrationszug durch die Innenstadt, der eine eindrucksvolle Spur des Friedens gelegt hat, beendet.

Die Verantwortlichen planen vielmehr, genau in einem Jahr, also am 27. September 2014, vor dem Haus der Stadt einen „Engel der Kulturen“ als Skulptur aufzustellen. Dank zahlreicher Spender und Sponsoren steht die Finanzierung für das Denkmal auch schon, was noch fehlt, ist ein Beschluss des Rates der Stadt Düren, dass es an dieser Stelle auch aufgestellt werden darf. „Am gleichen Tag“, ergänzt Walter Amberg, „wollen wir ebenfalls in Düren ein Konzert veranstalten, bei dem auch Musik aus den verschiedenen Religionen zu hören sein wird.“ Außerdem überlegen die Verantwortlichen aus der Vorbereitungsgruppe, die Kunstwerke, die Schüler gemacht haben, und Fotos des Demonstrationszuges in einer kleinen Ausstellung zu präsentieren.

Monika Ollig: „Es wird auch einen Dokumentarfilm über den ‚Engel der Kulturen‘ in Düren geben, den wir dann vielleicht auch zeigen können.“ Übrigens wird der „Engel der Kulturen“, der durch Düren gerollt wurde, weiter nach Bielefeld gehen. Und das Stahlkunstwerk, das vor einigen Wochen durch Bad Kreuznach gerollt wurde, ist als feste Bodenintarsie vor der Dürener Christuskirche verewigt worden.

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