Düren - Hospizbewegung Düren-Jülich: Das Sterben in den Familien aushalten

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Hospizbewegung Düren-Jülich: Das Sterben in den Familien aushalten

Von: Christoph Hahn
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Die Auftaktveranstaltung der Hospizbewegung Düren-Jülich beschäftigte sich mit dem Thema „Hospiz macht Schule“. Foto: Christoph Hahn

Düren. Fachlich qualifiziert und menschlich berührend: Besser hätte die Festwoche zum 20-jährigen Bestehen der Hospizbewegung Düren-Jülich nicht anfangen können. Bei einem Forum über das Projekt „Hospiz macht Schule“ berichteten im Haus der Evangelischen Gemeinde zu Düren beteiligte Ehrenamtliche und Koordinatorin Bettina Hagedorn über ihre Erfahrungen. Vertreter von Schulen und anderweitig Interessierte waren den Podiumsteilnehmerinnen dabei ein aufmerksames Publikum.

Die Bedeutung des Projektes für die gesamte Hospizarbeit skizzierte Bettina Hagedorn bei ihrer Begrüßungsansprache in ihrer ganzen Konsequenz: „Unser Ziel ist, das Thema wieder so in den Familien zu integrieren, dass Sterben in den Familien ausgehalten werden kann.“

Dabei sei es „das Pfund der Hospizbewegung, dass wir mit so vielen Ehrenamtlichen in die Schulen gehen können“.

Allzu großen Erwartungen trat die Koordinatorin allerdings entgegen: „Hospiz macht Schule wird es nie flächendeckend geben“, betonte Hagedorn.

Inzwischen greife das Projekt über den eigentlichen Rahmen, die dritten und vierten Klassen der Grundschulen, hinaus: „Hospiz macht Schule ist zur Inspiration geworden“, freute sich die Rednerin und wies darauf hin, dass nun auch Modelle für die Oberstufe entwickelt würden.

Den Podiumsteilnehmerinnen oblag es im Folgenden, die einzelnen, über fünf Schultage verteilten Module des Unterrichtsprojektes vorzustellen. Mechthild Lutz-Wirtz indes blickte noch weiter zurück und erinnerte sich an die Elternabende, die zwei bis vier Wochen vorher dem eigentlichen Unterricht vorausgehen.

Dabei wurden und werden sie sowie ihre Mitstreiterinnen mit Anfragen, Zweifeln und Bedenken der Erziehungsberechtigten konfrontiert. Dass die Kinder zu jung seien, Mutter und Vater das Thema „Tod und Sterben“ lieber daheim besprechen möchten oder ab es denn eine ganze Woche sein müsse – das seien die häufigsten Einwände.

Nach diesem ersten Dialog weiche der Zweifel dann: „Es kommt nur sehr selten vor, dass Eltern ein Kind nicht teilnehmen lassen wollen.“ Unter den Kindern entstehe eine Art von Eigendynamik: „Gespräche unter einander“ entfalteten oft eine große Kraft.

Christa Leroy, Elke Deckers, Margret Rausch, Ursula Keller, Ulla Noack und Rita Derichs präsentierten dann die einzelnen Module.

Über die Höhen und Tiefen der Philosophie (genauer: der Ethik) referierte der Hagener Philosoph Professor Dr. Jan Beckmann, der als einer besten Medizinethiker nicht zum ersten Mal Gast der Hospizbewegung Düren-Jülich war.

Auch in der Festwoche zu deren 20-jährigem Bestehen gestaltete der ehemalige Hochschullehrer an der Fernuniversität Hagen einen Vortrag – zum Thema „Mitleid und Solidarität mit dem Sterbenden“.

Martina Kern und Friedemann Nauck verdienten es in einer weiteren Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen, Gratwanderer genannt zu werden. Denn die Pflegeexpertin aus Bonn sowie der Palliativmediziner sind in der Praxis der Fürsorge für Menschen in der letzten Lebensphase verwurzelt wie in der dazu gehörenden Theorie.

„Was uns bewegt(e)“ überschrieben die beiden Besucher ihre Ausführungen und berichteten alsbald, „erschüttert vom wenig begleiteten Sterben durch eben jenen Missstand zum Engagement motiviert worden zu sein.“

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