Hilfe für einen kleinen Kämpfer

Von: Sandra Kinkel
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Vettweiß-Disternich. Ein paar Schritte, rund 50 Meter, kann der kleine Andres Castro mittlerweile alleine gehen. Und er hat gelernt, alleine zu sehen. „Wir waren wirklich zu Tränen gerührt”, sagt Christa Wenzel, „seinen Lebensmut und seinen Stolz zu sehen. Andres ist ein tolles Kind.”

Andres Castro aus Ecuador ist sechs Jahre alt, Christa Wenzel aus Disternich 47 Jahre älter. Die beiden verbindet ein ähnliches Schicksal und vor allen Dingen aber auch eine tiefe Freundschaft.

Christa Wenzel hatte vor sieben Jahren einen schweren Verkehrsunfall, nach sieben Wochen im künstlichen Koma hat sie sich mühsam zurück ins Leben gekämpft. Über 20 Mal wurde die dreifache Mutter und zweifache Großmutter seitdem operiert, ihren rechten Arm kann sie nur noch eingeschränkt bewegen.

Andres erlitt durch Probleme bei seiner Geburt Nervenschäden an der Halswirbelsäule. Weder seine Arme noch seine Beine konnte er bewegen. Seine Eltern mussten ihn immer tragen oder er musste sich über den Boden rollen. Als Christa Wenzel ihrem Arzt Dr. Michael Becker aus Aachen vor drei Jahren erzählte, dass sie nach ihrem Unfall dringend eine neue Lebensaufgabe brauche, erzählte der ihr vom Schicksal des kleinen Andres. Der Mediziner hat sich darauf spezialisiert, Muskeln, Sehnen und Nerven zu verpflanzen, und kann so Andres aus Ecuador helfen.

„Nach meinem Unfall”, erzählt die sympathische Frau, „musste ich mich natürlich zunächst selbst neu finden. Das war auch für meine Familie nicht einfach.” Trotz allem, so Frau Wenzel, habe sie aber dennoch Glück gemacht. „Meine Familie hat immer zu mir gehalten und mich unterstützt. Das hat mir Kraft gegeben. Kraft, von der ich einem anderen etwas abgeben wollte.” Und dieser andere ist Andres.

Fünf große Operationen hat der kleine Junge mittlerweile hinter sich gebracht, unzählige weitere müssen folgen, bis das Kind ausgewachsen ist. „Die Ärzte”, sagt Christa Wenzel, „operieren Andres kostenlos. Aber trotzdem entstehen natürlich Kosten für die Kliniken, die Flüge nach Deutschland. Und diese Kosten könnten Andres Eltern nie aufbringen.”

Hier springt Christa Wenzel ein und sammelt Geld. Aber sie tut noch viel mehr. Wann immer Andres mit seiner Mutter in Deutschland ist, besucht er auch Christa Wenzel und deren Familie in Disternich und bekommt seine Leibspeise Kohlrabi gekocht. Als der Junge jetzt in einer Spezialklinik in Aschau im Chiemgau behandelt wurde, war es für Christa Wenzel Ehrensache, mit ihrer Freundin Silvia Cremer nach Bayern zu fahren, um Andres zu besuchen.

„Andres und seine Familie sind wirklich ganz tolle Leute”, strahlt Christa Wenzel. „Sie haben schon Deutsch gelernt und sind total unkompliziert. Andreas hat einfach die Sonne im Herzen und das hat auch mir sehr geholfen, wieder positiv zu denken. Für mich gehören Andres, sein Bruder und seine Eltern einfach mittlerweile zur Familie. ”

Noch bis Anfang Dezember müssen Andres und seine Mutter in Deutschland bleiben, nach der Operation warten noch anstrengende Physioterapien auf den tapferen kleinen Jungen. „Andres ist ein Kämpfer”, sagt Christa Wenzel. „Er hat schon unglaublich viel geschafft und wird noch mehr schaffen.” Mit Christa Wenzels Hilfe.
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