Hier wird es für Radfahrer im Dürener Straßenverkehr brenzlig

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Setzen sich für eine größere Sicherheit für Radfahrer auf den Straßen in Düren ein: Rob Maris, Imke Grenzdörffer und Helmut Stahl sind zwar für Schutzstreifen für Radfahrern, fordern aber etliche Verbesserungen – wie hier an der Foto: Sistemich

Düren. Der Fahrer steuert seinen Gelenkbus auf der Kreuzauer Straße in Niederau nur wenige Zentimeter an der unterbrochenen Linie des Schutzstreifens für Radfahrer. Der Radfahrer fühlt sich unwohl, als der Bus sich in der Tempo-30-Zone Zentimeter für Zentimeter an ihm vorbei schiebt. Sicherheitsabstand von 1,50 Meter? Fehlanzeige.

Diese Situation stellt keinen Einzelfall auf den Straßen Dürens mit den sogenannten Schutzstreifen dar. Und beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) häufen sich die Hinweise von Radfahrern, die sich auf den Schutzstreifen von Autofahrern bedrängt fühlen.

Für die Mitglieder der Dürener Arbeitsgemeinschaft Pro Rad verfehlen die Schutzstreifen dennoch nicht ihre Wirkung: „Die Autos fahren langsamer, wenn die Fahrbahn schmaler wird und ohne Mittelstreifen auskommt. Deshalb sollte auf die Schutzstreifen nicht verzichtet werden. Es gibt aber Mängel. Und an der Beseitigung von diesen muss gearbeitet werden“, sagt Rob Maris.

Der passionierte Radfahrer aus Kreuzau hat sich mit Imke Grensdörffer aus Birkesdorf und Helmut Stahl aus Gürzenich an der Ecke Rütger-von-Scheven-Straße/Langenberger Straße getroffen.

Die drei Radfahrer sehen Schutzstreifen dort als Mittel der Wahl an, wo der Platz für gut strukturierte und sichere Radwege fehlt. Allerdings: „Der Mindestabstand von 1,50 Meter zum Radfahrer müsste von den motorisierten Verkehrsteilnehmern eingehalten werden“, fordert Helmut Stahl. Dieser Abstand ist zwar nicht in der Straßenverkehrsordnung festgelegt, ist aber Stand der Rechtsprechung.

Die 1,50 Meter sind für den Radfahrer lebenswichtig: „Seitenwinde, unvermeidliche Schwankungen des Radfahrers an Steigungen, Fahrbahnschäden am Rand des Schutzstreifens oder auch Autotüren, die plötzlich geöffnet werden, sorgen dafür, dass der Radfahrer Richtung Fahrbahnmitte geraten kann. Deshalb ist dieser Sicherheitsabstand auch bei Schutzstreifen eminent wichtig.“

Musterbeispiel für einen Mangel

Nicht ohne Grund haben sich die Mitglieder der AG Pro Rad an der Rütger-von-Scheven-Straße getroffen. Sie dient ihnen als ein Musterbeispiel für einen Mangel. Zum einen müsste die Markierung dringend erneuert werden. Zum anderen: „Hier – wie auch an anderen Straßen – gibt es unklar abgegrenzte Parkbuchten und -flächen. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Rob Maris. Der gebürtige Niederländer verweist auf Erfahrungen aus seiner Heimat, wo es Schutzstreifen schon gab, bevor diese in Deutschland eingeführt worden: „Parkflächen und Schutzstreifen vertragen sich einfach nicht – beispielsweise wegen sich öffnender Autotüren.“

Das Sicherheitsgefühl der Radfahrer wird nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft auch erhöht bei entsprechender Gestaltung der Schutzstreifen: „Enge Verschwenkungen um Parkbuchten herum tragen nicht zu einem besseren Sicherheitsgefühl bei, weil jede Linksschwenkung die reale Sicherheit beeinträchtigt“, betont Maris. Und so kritisiert er die Verschwenkungen auf der Kreuzauer Straße in Niederau in der Nähe der Grundschule, die am Beginn des Schutzstreifens auf der Kölnstraße sowie die auf der Josef-Schegel-Straße vor der Kreuzung Alte Jülicher Straße. Sein Fazit: „Viel zu kurz und zu scharf. Radfahrer sollten allmählich diesen Schwenk fahren können.“

Genauso kritisch sehen die AG-Mitglieder die Heranführung an Ampelanlagen. Imke Grenzdörffer hat beispielsweise den Kreuzungsbereich an der Kirche in Birkesdorf im Blick: „Hier wäre es beispielsweise möglich, rund 50 Meter vor der Kreuzung keine Schutzstreifen, sondern Radfahrstreifen zu realisieren“, merkt die Birkesdorferin an.

Radfahrstreifen werden von der übrigen Fahrbahn mit einer durchgezogenen Linie getrennt. Sie darf nicht überfahren werden: „So würde sichergestellt, dass wartende Autofahrer rechts überholende Radfahrer nicht behindern“, erklärt Imke Grenzdörffer.

Dennoch: Imke Grenzdörffer, Rob Maris und Helmut Stahl werden weiterhin mit dem Rad unterwegs sein. Und sich dafür einsetzen, dass die Mängel beseitigt werden.

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