Langerwehe - Hier werden Kinder seit 50 Jahren stark gemacht

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Hier werden Kinder seit 50 Jahren stark gemacht

Von: Sandra Kinkel
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Marianne Willms-Löhrer arbeitet seit 40 Jahren im Kindergarten St. Martin in Langerwehe. Seit gut einem Jahr gehört auch Erzieher Thomas Lorenz zum Team. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Fast 20 Seiten ist das Konzept stark, das Kindergartenleiterin Marianne Willms-Löhrer für die „Katholische integrative Kindertagesstätte St. Martin“ in Langerwehe geschrieben hat. Ziele und Schwerpunkte der Kindergartenarbeit hat die Leiterin der Einrichtung hier formuliert. Und auch, wie diese Ziele umgesetzt werden soll. „So etwas hat es früher nicht gegeben. Aber grundsätzlich versuchen wir heute wie damals, alle Kinder, da abzuholen, wo sie sind.“

Marianne Willms-Löhrer arbeitet seit 40 Jahren in dem Kindergarten an der Luchemer Straße in Langerwehe, heute feiert die Einrichtung mit einem fröhlichen Fest in Pfarrkirche und Kita (ab 11 Uhr) ihren 50. Geburtstag. Aber was hat sich in fünf Jahrzehnten Kindergartenarbeit verändert? Haben die Kinder andere Bedürfnisse, die Eltern? „Als wir angefangen haben“, erzählt Marianne Willms-Löhrer, „war Langerwehe noch eine gemütliche Dorfgemeinschaft. Das hat sich geändert.

Viele Eltern sind hier nicht mehr fest verwurzelt. Andere sind zugezogen. Es gibt schon eine gewisse Anonymität. Auf jeden Fall bei den Eltern.“ Ihre größte Sorge sei, so die Erzieherin, dass zum Geburtstagsfest heute keiner kommt. „Noch vor 25 Jahren wäre ich mir absolut sicher gewesen, dass die Kirche voll ist.“

Aber auch im Kindergartenalltag hat sich viel verändert. Als Marianne Willms-Löhrer angefangen hat, gab es Gruppen mit 30 Kinder. Heute sind es vier weniger in einer Regelgruppe, 21 in denen mit Kindern, die jünger sind als drei und 15 in der integrativen Gruppe, in der auch Kinder mit Handicap lernen. „Einer der größten Einschnitte im Laufe der Jahre“, sagt Marianne Willms-Löhrer, „ist die Betreuung der Unter-Dreijährigen. Weil da wirklich keiner Erfahrung hatte.“

Früher hätten viele Kinder lange draußen gespielt, sich zu Hause ausgepowert. Das ist heute bei den meisten nicht mehr so.“ Deswegen hat die Kita aus Langerwehe sich vor einigen Jahren zum Bewegungskindergarten zertifizieren lassen. Es gibt eine Kletterwand, therapeutisches Reiten und Tennisunterricht.

Kinderbildungsgesetz (Kibiz), umfassende Entwicklungsdokumentation für jedes einzelne Kind – auch die Anforderungen an den Beruf der Erzieherin sind immer höher geworden. „Es wird immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden.“ Ob das an der anstrengenden Arbeit und der geringen Bezahlung liegt, mag Marianne Willms-Löhrer nicht beurteilen. „Ich für mich bin zufrieden“, sagt sie. „Väter, die als Lokomotivführer arbeiten, haben auch enorm viel Verantwortung. Und sind ungefähr in unserer Gehaltsklasse.“

Mit der Einführung der integrativen Gruppe arbeiten eine Logopädin und ein Physiotherapeut fest in der Einrichtung, seit knapp zwei Jahren gibt es mit Thomas Lorenz einen fest angestellten Erzieher. „Da waren wir sehr gespannt, wie das von den Eltern angenommen wird“, so Marianne Willms-Löhrer. „Aber es funktioniert bestens. Aber natürlich ist ein männlicher Erzieher immer noch etwas Besonderes.“ Dann spricht Marianne Willms-Löhrer aber doch noch von Wertschätzung. Wertschätzung ihrer Arbeit. „‚Die spielen doch nur‘, diesen Satz habe ich vor 40 Jahren gehört, und den höre ich auch noch heute. Dabei ist Kindergarten doch so viele mehr.“ Kinder stark und mutig machen, dafür sorgen, dass sie fröhlich in die Schule gehen. Das wollen Marianne Willms-Löhrer und ihr Team den Kleinen mitgeben. „Natürlich machen wir sehr viele schöne Dinge mit den Kindern. Und genau daraus müssen wir die Kraft für unsere Arbeit schöpfen.“

Marianne Willms-Löhrer hat beobachtet, dass der Leistungsgedanke bei vielen Eltern immer mehr in den Vordergrund rücke. „Das war in den 70er Jahren überhaupt nicht so. Da stand der Spaßgedanke an erster Stelle.“ Heute gäbe es Eltern, die großen Wert darauf legen würden, dass ihre Kinder Zahlen und Buchstaben schon im Kindergarten lernen würden. Marianne Willms-Löhrer: „Wir haben regelmäßige Treffen mit Grundschullehrern, die uns sagen, was sie von uns erwarten und umgekehrt. Aber wir wollen das Lernen so gestalten, dass es Spaß macht.“ Marianne Willms-Löhrer hat keinen Tag bereut, Erzieherin geworden zu sein, im Gegenteil: „Der Beruf ist einfach super“, sagt sie. „Es ist toll, Kinder ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.“ Ortsmarke. Hier folgt der Grundtext.

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