Herbstkonzert der Orchestergemeinschaft: festlich und lyrisch

Von: han
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Ein starkes Duo: Meisterliches Spiel der beiden Vilonistinnen Elsinora Arnold (rechts) und Alissa Giani. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Ein geschickt zusammengestelltes Programm, alles elegant und gut gelaunt vorgetragen, das Herbstkonzert der Dürener Orchestergemeinschaft ragte aus dem Üblichen hervor. Klassik klassisch gespielt, ohne Schnörkeleien, aber mit einer Portion Raffinesse, so dass sich musikalische Sinnesfreuden entfalten konnten.

Reizvolle Klanggegensätze bot der Konzertabend, von festlichen Trompeten bis zu lyrischen Geigen und einer viersätzige Sinfonie, die kaum getrübte Begeisterung verbreiterte.

Die Orchestergemeinschaft unter der Leitung von Hans-Josef Loevenich präsentierte sich als ein Klangkörper, in dem engagierte Laien jeden Alters, an einigen Instrumenten durch Profis verstärkt, eine Vorstellung von beachtlichem Niveau gaben. Galant Melodiöses, tragisches Pathos oder quicklebendiges, dynamisches Spiel, die Dürener Orchestergemeinschaft überzeugte mit strukturklaren und inspirierten Interpretationen.

Ein besonderes Augenmerk lag wieder auf der Talentförderung nach dem Motto „Lehrer und Schüler gemeinsam“. So wurden Programmabschnitte zum Solistenfeuerwerk voll jugendlicher Frische und einer spannungsreichen, munteren Entdeckungsreise.

Was die beiden Trompeter Jan Pompino und Philipp Broscheid boten, als sie Franceso Manfredinis Konzert in D für zwei Trompeten, Streicher, Basso continuo und Pauke spielten, war von bester Qualität und Güte, voller Strahlkraft. Beide Musiker spielten die Sätze sicher und entsprechend virtuos. Ein äußerst gelungener Vortrag, der professionellen Charakter hatte, wenn die Klarheit der Töne in den Kirchenraum flossen. Das Orchester begleitete mit der nötigen Zurückhaltung. Eine starke Leistung von allen.

Dem Zusammenspiel der beiden Trompeter merkte man an, dass sie sich kannten, dass sie wussten, wenn der eine sich zurück nehmen musste und dem anderen den Vortritt ließ. Eine glänzende Abstimmung, die wohl auch daher rührte, dass die Beiden sich aus dem Musikkorps der Bundeswehr kannten.

Für Alissa Luccia Giani war das Bacch-Doppelkonzert eine Art „Abschlussarbeit“ mit ihrer bisherigen Mentorin Elsinora Arnold. Die Ida - Bieler Streicherakademie wird sie in ihrem Musikstudium weiter fördern.

Ungeahnte Nuancen

Der Auftritt der beiden Musikerinnen war von Spielfreude geprägt, die der Bachschen Barockmusik ungeahnte Nuancen entlockten. Beim Vivace hätte man ohne weiteres Tanzen können. Sinnesfreude pur, allerdings im barocken Sinne. Elsinora Arnold bewies erneut, welcch veranlagte Violonistin sie ist. Ihre vielseitigen musikalischen Interessen und Fähigkeiten gestaltet sie als Solistin und als Mitglied in verschiedenen Ensembles und als Lehrerin für ausgewählte Schüler, wie ihre Duo-Partnerin. Beide boten eine exzellente Leistung.

Die Stunde des „kleinen“ Orchester schlug bei Johann Baptist Vanhal Sinfonia g-Moll. Eine interessante Komposition des gebürtigen Boehmen Johann Baptist Vanhal, dessen Herkunft in dem Werk zu hören ist.

Hans-Josef Loevenich gelang es einen überzeugenden Bogen zwischen Pathetischem, Leidenschaftlichem und Melodiösem zu spannen. Ein Wohlklang für die Ohren. Ein Eindruck, der auch für die Interpretation von Juan Crisóstomo de Arriaga und seiner Sinfonia in D galt.Eine deutliche Seelenverwandtschaft mit Mozart war in dieser Komposition zu spüren. Eine opernhafter Dramatik voller Schönheit mit akzentuiert eingesetzten Streichern.

Die Dürener Orchestergemeinschaft beeindruckte mit dieser und den Interpretationen der anderen aufgeführten Werke. Es gab großen und lang anhaltenden Beifall für einen wohl gelungenen Konzertabend.

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