Heinz Klapproth läuft und läuft und läuft

Von: sj
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Spitzenleistung: Die Kleinhauer Schüler überreichten einen Scheck an Ursula Kersting von der Bolivienbrücke. Jam Becker (vorne links) und Heinz Klapproth (vorne rechts) steuerten die besten Einzelergebnisse bei. Foto: Stephan Johnen

Kleinhau. Irgendwann hat Heinz Klapproth selbst den Überblick verloren. Runde für Runde drehte er in der Turnhalle für einen guten Zweck. Zwei Stunden hatte er Zeit, für jede Runde, die der 15 Jahre alte Schüler lief, spendeten Sponsoren einen vorher vereinbarten Geldbetrag.

Er war nicht allein unterwegs: 185 Schüler von Gemeinschaftshauptschule und dem Kleinhauer Standort der Sekundarschule Nordeifel schlüpften in die Sportschuhe, um beim so genannten Sponsored Walk für den Verein Bolivienbrücke Spenden zu erlaufen und zu erwandern. Heinz Klapproth war aber kaum zu bremsen.

Das Ergebnis wollte er selbst kaum glauben: 883 Euro hatte der Schüler am Ende zusammen. „Ich hatte die Sponsoren vorher gewarnt“, sagt der Neuntklässler und lacht. Schließlich legte er auch in den vergangenen Jahren manchen Kilometer zurück. Doch das neue Ergebnis war absoluter Rekord. In jeder Hinsicht: 5500 Euro hatten alle Schüler Ende Dezember erlaufen, 883 Euro davon steuerten Sponsoren von Heinz Klapproth bei. Mit 225 Euro erlief Jam Becker (11 Jahre) die höchste Spende bei den Sekundarschülern.

„Nach jeder Runde wurde ein Strich gemacht“, blickte der 15-Jährige bei der Spendenübergabe auf den 20. Dezember zurück. Vor lauter Strichen habe er zum Schluss angesichts der 465 Runden den Kontrollzettel nicht mehr gesehen. Seit vielen Jahren schon findet dieser Sponsored Walk in Kleinhau am Nikolaustag statt, wegen schlechten Wetters wurde er verschoben. „Ihr seid großartig“, bedankte sich Ursula Kersting von der Bolivienbrücke für das Engagement der Schüler.

Auch sie war überrascht von diesem Ergebnis. „Ihr habt euch selbst übertroffen“, sprach sie ein dickes Lob aus und berichtete, wie mit der Spende die Arbeit des Sozialprojekts „Kürmi“ für Kinder, Jugendliche und Familien in Bolivien unterstützt werden soll. Da sich die Fünftklässler zum ersten Mal beteiligt hatten, versprach Ursula Kersting, sie einmal im Unterricht zu besuchen und die Arbeit der Bolivienbrücke vorzustellen.

„Beim Laufen habe ich mir vorgestellt, wie ich mit jeder Runde den Kindern dort helfen kann“, erklärt Heinz Klapproth seine Motivation, fast 28 Kilometer zurückzulegen. „Du könntest einen Marathon laufen. Bist Du denn Mitglied in einem Leichtathletikverein?“, wollte Ursula Kersting wissen. Doch Heinz ist Feuer und Flamme für den Fußball – und ganz offensichtlich kein lauffauler Spieler! Bei der Suche nach Sponsoren war er ebenfalls viel unterwegs. Klinkenputzen ist für den 15-Jährigen schließlich Ehrensache.

Er rief niemanden an oder schickte eine E-Mail: Er setzte sich aufs Rad und radelt von Haustür zu Haustür, um im Bekanntenkreis Sponsoren zu gewinnen. „Auf diese Weise hatte ich auch etwas Bewegung“, scherzte der Schüler.

Im nächsten Jahr wird es allerdings etwas komplizierter, den alten Rekord zu brechen. Die Schüler der 10. Klasse übernehmen nämlich immer die Bewirtung beim Sponsored Walk. „Du könntest die Brötchen beim Laufen schmieren“, schlug Ursula Kersting augenzwinkernd vor. Eine Möglichkeit, die der 15 Jahre alte Schüler nicht voreilig ausschließen möchte.

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