Heinz-Josef Rosenkranz hat die Natur immer im Blick

Von: Ottmar Hansen
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Brigitte Klante war eigens aus
Brigitte Klante war eigens aus Geisenheim gekommen, um Heinz-Josef Rosenkranz die Auszeichnung des Ministers zu überreichen. Foto: Ottmar Hansen

Niederzier. Egal ob in Hambach das erste Schneeglöckchen vorsichtig aus dem gefrorenen Boden lugt oder wenig später die erste weiße Blüte am Kirschbaum im Ort zu sehen ist, der Deutsche Wetterdienst in Geisenheim bekommt sofort Bescheid.

Von Heinz-Josef Rosenkranz. Der pensionierte Pädagoge arbeitet seit 1978 als „phänologischer Beobachter” für den Wetterdienst. Eine wichtige Aufgabe. Für sein langjähriges Engagement wurde Rosenkranz am Freitag mit der Wetterdienstplakette ausgezeichnet, verliehen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Überreicht wurde die Plakette durch Brigitte Klante von der Abteilung Agrarmeteorologie des Deutschen Wetterdienstes im Niederzierer Rathaus. Bürgermeister Hermann Heuser und Ortsvorsteher Klaus-Peter Graß gratulierten dem Hambacher ebenfalls zur seltenen Auszeichnung.

Der Deutsche Wetterdienst unterhält ein phänologisches Beobachtungsnetz von rund 1300 ehrenamtlichen Helfern bundesweit. Sie beobachten die Entwicklung von wild wachsenden Pflanzen und Kulturpflanzen im Jahresablauf. Das beginnt mit der Blüte der Haselnuss im Vorfrühling und endet mit dem Nadelfall der Lärche im Spätherbst. Das Beobachtungsprogramm umfasst insgesamt 46 Pflanzen. Etwa ein Drittel der Beobachter ist „Sofortmelder”. Auch Heinz-Josef Rosenkranz sammelt seine gesammelten Daten nicht bis zum Jahresende, sondern teilt sie täglich dem Wetterdienst per Telefon mit.

Hintergrund des Dienstes: Anhand der Meldungen seiner Pflanzenbeobachter kann der Wetterdienst etwa Landwirten Tipps für den richtigen Zeitpunkt der Aussaat oder der Schädlingsbekämpfung geben. Außerdem kann die Behörde anhand der über Jahre gesammelten Daten Feststellungen zur Klimaveränderung oder Erderwärmung treffen.

Heinz-Josef Rosenkranz hat am 21. Januar 1978 seine erste Beobachtung an den Wetterdienst gemeldet. Es ging um das Schneeglöckchen. „Seither hat er mit viel Idealismus und großem Engagement insgesamt 6924 Daten notiert und gemeldet”, lobte Brigitte Klante den Fleiß des Geehrten. „Seine Meldungen sind unverzichtbarer Bestandteil der agrarmeteorologischen Beratung im Rheinland.” Rosenkranz habe einen „wirklichen Datenschatz” zusammen getragen. Mit seiner Tätigkeit, die „den Menschen täglich fordert”.

Heinz-Josef Rosenkranz, früherer Konrektor einer Grundschule, sagte, dass ihm die Aufgabe immer noch sehr viel Freude bereite. Mit seiner Frau täglich durch das Umfeld von Niederzier zu radeln und dabei die Natur genau zu beobachten, mache einfach Spaß. Und was ist, wenn der Sofortmelder einmal Urlaub macht? Dann übernehme sein Sohn (Diplom-Biologe) oder ein befreundeter Landwirt die Aufgabe, so Rosenkranz.

Der Frühling beginnt immer früher

Als Sofortmelder teilt Heinz-Josef Rosenkranz dem Deutschen Wetterdienst täglich seine Beobachtungen in der Pflanzenwelt mit.

Da die Entwicklung der Pflanzen maßgeblich vom Klima gesteuert wird, lassen sich Klimaveränderungen anhand langer Datenreihen sehr gut erkenen. So beginnt etwa der Frühling seit Ende der 80er Jahre oft früher und die Winter werden wärmer. So beginnt die Kirschblüte, Zeichen für den Frühlingsbeginn, immer früher. Gleiches gilt für die Sommerlinde, die eigentlich den Hochsommer anzeigen soll.

Hauptnutznießer der phänologischen Beobachtungen ist die Landwirtschaft, die sich bei Aussaat und Düngung nach den Daten des Wetterdienstes richtet. Es gibt jedoch auch spezielle Blühvorhersagen für Imker oder Warnungen für Allergiker (Heuschnupfen).

Der phänologische Beobachter arbeitet rein ehrenamtlich ohne Bezahlung.

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