Düren - Heinz Horrmann: Der berühmte Gastrokritiker stammt aus Düren

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Heinz Horrmann: Der berühmte Gastrokritiker stammt aus Düren

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Bekannter Gastro-Kritiker: Heinz Horrmann (rechts), hier bei der VOX-Sendung „Promi Kocharena” mit seinen Mit-Juroren Katja Burghardt und Reiner Calmund. Foto: imago/Horst Galuschka Foto: Imago

Düren. Seinen ersten Zeitungsbericht hat er für die „Dürener Nachrichten“ veröffentlicht – einen Artikel über eine Karnevelssitzung der Karnevalsgesellschaft „Club Löstige Jonge“ aus Birkesdorf. Am Mittwoch hat „DN“-Mitarbeiterin Sandra Kinkel Heinz Hormann bei Dreharbeiten für die neue VOX-Sendung „Grill den Henssler“ in Köln erwischt.

Mit den „DN“ hat der „Ur-Dürener“, wie der bekannte Hotel- und Restaurantkritiker sich selbst nennt, über seine Zeit an der Rur, sein Lieblingsessen und aktuelle Projekte gesprochen.

Haben Sie schon einmal in einem Dürener Hotel geschlafen?

Heinz Horrmann: Nein, immer wenn ich in Düren war, konnte ich ja in meinem alten Zuhause in Birkesdorf schlafen. Aber Sie haben Recht, das ist schon witzig: Ich kenne über 2000 Hotels auf der ganzen Welt, aber keins in meiner Heimatstadt Düren.

Wann waren Sie den zuletzt in der alten Heimat?

Horrmann: Ach, das liegt leider schon viel zu lange zurück. Aber ich habe mir vorgenommen, demnächst noch einmal nach Düren zu kommen, um mir mein Elternhaus noch einmal anzuschauen. Das ist mir ein großes Anliegen.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Düren?

Horrmann: Nur die allerbesten. Ich bin zuerst zur Realschule gegangen und später auf das naturwissenschaftliche Gymnasium. Heute heißt das, glaube ich, Wirteltor-Gymnasium. Ich erinnere mich gerne an die großen Tanzveranstaltungen in der Stadthalle. Da sind wir immer hin gegangen. Schräg gegenüber war das Mädchengymnasium, da haben wir auf unsere Tanzpartnerinnen gewartet. Und die Ausbeute war immer groß (lacht).

Gibt es ein bestimmtes Gericht, das für Sie untrennbar mit Düren verbunden ist?

Horrmann: Oh ja. Das ist ein perfekt gebratenes Kotelett mit einer scharfen Soße und einer gerösteten Banane. Meine Mutter hat das immer gekocht.

Wie muss ein perfekt gebratenes Kotelett sein?

Horrmann: Es muss Röstaromen haben und innen trotzdem schön saftig sein.

Und das konnte Ihre Mutter?

Horrmann: Oh ja! Das habe ich sogar von ihr gelernt.

Das heißt, Sie essen nicht nur, sondern Sie kochen auch.

Horrmann: Ja, ich koche sehr gerne. Ich habe schon mit allen großen Köchen dieser Welt zusammen gekocht. Paul Bocuse hat mir beigebracht, wie man eine Trüffelsuppe zubereitet. Und Drei-Sterne-Koch Dieter Müller hat sogar einmal eine Zeit lang bei mir gewohnt. Ich finde sowieso, dass man nicht kritisieren kann, wenn man es nicht selbst grundsätzlich besser machen kann.

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Horrmann: Mein Lieblingsessen ist Fasan mit Perigord-Trüffeln unter der Haut, geschmort in Portwein. Ich esse überhaupt furchtbar gerne Trüffel.

Gibt es für Sie auch ohne so teure Zutaten wie Trüffel ein gutes Essen?

Horrmann: Auf jeden Fall! Für ein gutes Essen braucht man gute, frische Lebensmittel, sauber ausgewogene Aromen und einen Koch, der sein Handwerk versteht.

Wie sind Sie Hotel- und Restaurantkritiker geworden?

Horrmann: Gutes Essen und Trinken war schon immer meine Leidenschaft. Und dann ist noch die Leidenschaft für Hotels hinzugekommen. Vielleicht, weil beides eng zusammenhängt. Von den elf Sternerestaurants, die es beispielsweise in Berlin gibt, sind neun Hotelrestaurants. Leidenschaft alleine genügt aber nicht, sie muss auch untermauert sein. Ich habe zum Beispiel den Lehrgang gemacht, den auch Hotelmanager machen müssen.

Was war das Ekligste, was Sie bisher gegessen haben?

Horrmann: Gegrillte Schlange mit Shitake-Pilzen. Das war schon außergewöhnlich.

Wie schmeckt gegrillte Schlange?

Horrmann: Wie Kalbfleisch. Aber ich wusste vorher nicht, dass ich Schlange auf meinem Teller habe.

Gehören für Sie gutes Essen und ein gepflegtes Äußeres zusammen? Oder anders gefragt: Gibt es Heinz Horrmann auch in Jeans und T-Shirt?

Horrmann: Natürlich gibt es mich auch locker und leger. Aber ich bin der Meinung, dass auch Menschen Atmosphäre schaffen. Deswegen gehören für mich in der Tat gutes Essen und ein gepflegtes Äußeres zusammen.

Wie erklären Sie, dass Kochsendungen in Deutschland so beliebt sind?

Horrmann: Ich glaube, dass dieser Boom schon wieder abnimmt. Ich verbringe drei Monate des Jahres in Florida. Hier laufen manchmal 22 Kochsendungen parallel.

Gehen Sie selbst eigentlich noch gerne in einem Restaurant essen?

Horrmann: Das muss ich, ich schreibe fünf Kolumnen für Zeitungen und das jede Woche. Das bedeutet, dass ich jede Woche fünf Mal essen gehen muss. Und das ist wirklich nicht immer nur ein Vergnügen.

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