Heimbach - Heimbacher Schwimmbad vor sechs Jahrzehnten eröffnet

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Heimbacher Schwimmbad vor sechs Jahrzehnten eröffnet

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
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Eröffnung in Etappen: Von 1953 bis 1955 wurde das Schwimmbach nach und nach fertig. Foto: Klinkhammer

Heimbach. Ein öffentliches Schwimmbad ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein Schwimmbad, dem ein zwölfeckiges Gebäude samt Spitzdach wie in Heimbach angegliedert ist, ist einmalig. Vor sechs Jahrzehnten wurde das Bad eröffnet, und zwar über drei Jahre hinweg. Eine erste Teileröffnung fand 1953 statt, vollendet wurden das Terrassenrestaurant und das Schwimmerbecken dann 1955.

Grund für die Eröffnung in einzelnen Abschnitten waren finanzielle Probleme: Die Anlage wurde teurer als veranschlagt.

Bürgermeister Peter Cremer, Vorsitzender des Heimbacher Geschichtsvereins, suchte im Archiv nach den Ursprüngen des Bades und wurde fündig. Zeitungsartikel und Fotos belegen die frühen Jahre der Freizeitanlage. Cremer: „Erste Pläne für einen Schwimmbadbau, und zwar damals noch im Kurparkbereich am Staubecken, gab es bereits in den 30er Jahren. Sie wurden 1949 wieder aufgegriffen, aber dann doch noch nicht umgesetzt.“

Erst nachdem sich die Stadtväter auf einen neuen Standort in der Nähe der Rur in Richtung Hasenfeld „Auf Wissen Woog“ geeinigt hatten, wurde der Bau in Angriff genommen. Architekt war Herbert Lehmann. Cremer: „Zur Teileröffnung war nur das Nichtschwimmerbecken fertig.“ Das tiefe Becken für die Schwimmer klaffte als schwarzes Loch in der Erde, auch an der Stelle der geplanten Sprungtürme waren lediglich die Gruben für die Fundamente ausgehoben. Während die Umkleiden schon benutzt werden konnten, existierte das zwölfeckige Terrassenrestaurant als Rohbau. Eine Tageszeitung schrieb am 2. September 1953: „Trotz des regen Badebetriebes erscheint die Anlage noch roh. Ihr Ausbau wurde gestoppt, weil die Geldmittel auf sich warten lassen.“

Tatsächlich sollte das Schwimmbad zunächst 217 913,10 Mark kosten. Die Gesamtbaukosten stiegen allerdings und beliefen sich am Ende auf 265 413,10 Mark. Der Gemeinderat sperrte sich zeitweise dagegen, aus der Stadtkasse weitere Finanzmittel bereitzustellen. Hierzu steht in einem Zeitungsausschnitt vom 22. Januar 1954: „Der Gemeinderat will aus Eigenmitteln für das Schwimmbad nichts mehr aufbringen. Erst, wenn weitere Beihilfen – es wird noch auf einen Zuschuss aus dem Grenzlandfonds gehofft – eingehen, kann weitergebaut werden.“

Die Fertigstellung des Terrassenrestaurants übertrugen die Politiker dem zukünftigen Pächter. Im Gegenzug wollte man in den ersten Jahren auf die Pacht verzichten. Im Mai 1955 war es dann so weit, das Bad konnte fast komplett in Betrieb gehen. Ein Einmeter-Brett stand am Rand, auf ein Dreimeter-Brett mussten die Besucher noch bis 1956 warten. Cremer erinnert sich: „Immer in den Sommerferien war das Schwimmbad für uns Kinder die erste Adresse. Ab 10 Uhr morgens wurde dort geplanscht. Meist hatten wir ein Butterbrot dabei, und ab und an durften wir uns für 20 Pfennige am Kiosk ein Eis zum Beispiel oder eine Limonade kaufen.“

Nach einiger Zeit stellten sich an der Abdichtung des Schwimmerbeckens Risse ein. Es musste nachgebessert werden. Was sich im Lauf der Zeit nicht verändert hat: Sommer ohne Sonne halten die Besucher fern und bescheren Defizite. Kamen in den Anfangsjahren rund 6000 Gäste ins Bad, waren es in den vergangenen Jahren 31.000. Cremer: „Und die Tendenz ist steigend.“ Dennoch bleibt das Freibad für die Stadt ein Zuschussgeschäft, jedes Jahr fließen einige Zehntausend Euro dorthin.

1994 wurde das Bad komplett saniert. Als Badegast wurde auch Marc Meisen auf das Schwimmbad aufmerksam. Der Niederländer ist Pächter des Terrassenrestaurants. „Die Idee kam mir, als ich hier geschwommen bin. Ich sah, dass ein neuer Pächter gesucht wird, und verwirkliche mir nun einen Traum“, erzählt Meisen.

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