Heimbach - Heimbacher Politiker besorgt wegen Pumpspeicherkraftwerk

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Heimbacher Politiker besorgt wegen Pumpspeicherkraftwerk

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:

Heimbach. In der kleinen Eifelstadt Heimbach gab es nach einer langen Pause seit März jetzt wieder mal eine öffentliche Sitzung des Rates. Zur Diskussion standen allerdings nicht, wie zuvor vermutet wurde, Fragen, die die Schulen betreffen.

Eine Satzungsänderung wurde als Formalie nur sehr kurz behandelt. Zahlreiche Wortmeldungen gab es allerdings, als es um die Errichtung eines nagelneuen Pumpspeicherkraftwerks von gigantischen Ausmaßen ging.

Die Errichtung eines solchen Kraftwerks wird von der Nachbargemeinde Simmerath in Erwägung gezogen. In Heimbach diskutiert die Politik gern unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So wurde auch das brisante Thema „Pumpspeicherkraftwerk” erst dann im öffentlichen Teil der Sitzung behandelt, nachdem SPD-Fraktionschef Dr. Harro Höger dies beantragt hatte.

Enorme Auswirkung

Bekannt war allen Ratsvertretern, dass im Simmerather Rathaus und in einer dortigen Bürgerversammlung kürzlich ein Projekt vorgestellt wurde, das enorme Auswirkungen auf den Rursee haben wird.

Konkret: Es soll ein Kraftwerk errichtet werden, das 2019 ans Netz gehen soll. Die Planungen der Firma Trianel, einer Stawag-Tochter, sehen vor, hinter Strauch (in Richtung Schmidt gesehen links der Landstraße) ein Oberbecken mit rund sieben Millionen Kubikmetern Fassungsvermögen zu bauen. Wenn man bedenkt, dass die Kalltalsperre rund 2,1 Millionen Kubikmeter Wasser fasst, lässt sich erahnen, dass hier eine kleine Tagebau-Aktion erforderlich ist, um das knapp 50 Hektar große Oberbecken auszubaggern. In dieses Becken soll dann Wasser aus dem Rursee über einen rund drei Kilometer langen Stollen gepumpt werden.

Der Rursee verfügt zwar über ein Stauvolumen von rund 200 Millionen Kubikmetern, so dass nur etwa 3,5 Prozent des Inhaltes vorübergehend abgezogen würden, aber je nach Stauhöhe kann der Wasserspiegel bei Betrieb des Kraftwerks um bis zu zwei Meter schwanken.

„Dringender Handlungsbedarf”

In der Diskussion meinten insbesondere Vertreter von SPD und FDP, dass von Seiten Heimbachs „dringender Handlungsbedarf” besteht. Der Rursee werde sich massiv verändern, der Tourismus sei in Gefahr, der Nationalpark auch, nicht zu reden von der Fischerei.

„Wir müssen Position beziehen”, so Höger, „sonst ist der Zug bald abgefahren”. Andere Politiker wollten ebenfalls „nicht warten, bis wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden”.

Bürgermeister Bert Züll blieb gelassen und meinte, das Projekt sei noch in der Planungsphase, man müsse sich zunächst mal genauer informieren.
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