Heimbacher Feriendorf: „Zwei Drittel der Gäste aus dem Ausland“

Von: Sandra Kinkel
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70 Prozent der Gäste im Heimbacher Feriendorf kommt aus den Niederlanden und Belgien. Führt die Einführung einer Pkw-Maut dazu, dass diese Touristen nicht mehr in der Rureifel Urlaub machen?

Kreis Düren. Die Tourismuszahlen im Kreis Düren haben sich mehr als positiv entwickelt. Rund 156.000 Übernachtungen zählte der Verband Tourismus NRW von Januar bis Mai in größeren Beherbergungsbetrieben. Das sind fast 24 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Aber können diese Zahlen stabil bleiben?

Oder führt das Pkw-Maut-Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dazu, dass die ausländischen Touristen demnächst nicht mehr in der Eifel Urlaub machen? Fragen, denen die „DN“ einmal nachgegangen sind.

Der Anteil der ausländischen Urlauber im Kreis Düren liegt bei etwas über 20 Prozent. Jedes Jahr kommen darüber hinaus rund 200.000 Tagestouristen aus Belgien oder den Niederlanden allein in die vier Rureifel-Kommunen Nideggen, Kreuzau, Heimbach und Hürtgenwald. „Die Tagestouristen“, so Landrat Wolfgang Spelthahn, „sind genau die, um die ich mir Sorgen mache, wenn die Pkw-Maut kommt.“

Er glaube nicht, so Spelthahn, dass Menschen aus den Niederlanden, die im Heimbacher Feriendorf Urlaub machen wollten, wegbleiben. „Aber Tagestouristen überlegen es sich vielleicht, zu uns zu kommen, wenn das mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.“ Und das wäre für die Rureifel auch mit finanziellen Einbußen verbunden. Spelthahn: „Im Schnitt gibt ein Tagestourist in der Rureifel zehn Euro am Tag aus.“ Macht bei 200.000 Tagestouristen in Heimbach, Nideggen, Kreuzau und Hürtgenwald immerhin zwei Millionen Euro pro Jahr. Spelthahn: „Im Vergleich zur Mosel oder den bayerischen Seen ist diese Zahl gering. Da muss sich im Kreis Düren noch viel tun. Trotzdem halte ich eine Pkw-Maut für das absolut falsche Signal.“

Ähnlich sieht das Axel Buch, Bürgermeister von Hürtgenwald und Vorsitzender des Vereins Rureifel Tourismus. „Eine Pkw-Maut ist nicht förderlich für den Grenzverkehr. Diese Idee ist aus meiner Sicht nicht gut durchdacht.“ Trotzdem bleibt Axel Buch gelassen. „Das wird nicht so schnell entschieden. Da sehe ich aktuell keinen Notwendigkeit zu handeln.“

Im Heimbacher Feriendorf liegt der Anteil niederländischer und belgischer Gäste bei nahezu 70 Prozent, auch in der Jugendherberge Nideggen sind regelmäßig Menschen aus den Benelux-Staaten zu Gast. „Begeistert“, so eine Sprecherin des Feriendorfes, „sind die von der Pkw-Maut sicherlich nicht. Aber wir müssen erst sehen, wie sich das entwickelt.“

Weniger pessimistisch ist Heinz Klein, der in Nideggen einen Campingplatz betreibt. Allein im August hatte Klein 30 Gäste aus Belgien, 164 aus den Niederlanden, 16 aus Frankreich und 20 aus Großbritannien. Klein: „Etwa zwei Drittel unserer Gäste kommen aus dem Ausland.“ Früher, so Klein, seien viele seiner Gäste auf der Durchreise nach Österreich oder Italien gewesen. „Heute bleiben sie länger bei uns, weil zum Beispiel die Spritkosten gestiegen sind. Im besten Fall führt die Pkw-Maut noch einmal dazu, dass die Urlauber länger bei uns bleiben. Weil die Mautkosten ja dann auch noch zusätzlich anfallen.“

Auch Thomas Floßdorf, CDU-Vorsitzender in Düren, sieht der Einführung einer Pkw-Maut gelassen entgegen. Floßdorf: „Wir wollen Düren zwar für Tagestouristen interessanter machen, aber es ist ja nicht gesagt, dass diese Tagestouristen unbedingt aus dem Ausland kommen müssen. Ich glaube, die Maut ist für Düren nicht so ein großes Problem wie für die Städteregion Aachen.“ Auch schlechte Straßen und Brücken, so der Christdemokrat, könnten Touristen von einem Ausflug abhalten. „Und irgendwie muss ja die Sanierung der Straßen finanziert werden“, so Floßdorf.

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