Heftiger Protest gegen Schließung der Embkener Schule

Von: avl
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Die Menschen der Initiative „
Die Menschen der Initiative „Pro Bildung” machten ihren Unmut über die geplante Schließung der Grundschule Embken auf dem Nideggener Marktplatz Luft. Foto: Bert van Londen

Nideggen. Die neue, stattliche „Friedenslinde” auf dem Nideggener Marktplatzsteht für den erstarkten Willen von Verwaltung und Bevölkerung, einen neuen Kurs im gemeinsamen Miteinander künftig einzuschlagen.

Aber gerade in Zeiten, in denen schmerzliche Sparmaßnahmen nötig sind, liegen inzwischen die Nerven auch schon mal blank. So wurde dieser hoffnungsvolle Platz von fast 50 Menschen bevölkert, die mit Megaphon, Trillerpfeifen und Rhythmusinstrumenten ausgestattet, ihren Unmut über ihre politischen Vertreter im Rat der Stadt und die Verwaltung laut Ausdruck verliehen.

Im Ortsteil Embken ließ erst kürzlich der Förderverein der dortigen Grundschule aufhorchen, als er bekannt gab, die Schule in Eigeninitiative barrierefrei umzugestalten. Keine zwei Tage später ereilte die Initiative, betroffene Eltern und Kinder die Hiobsbotschaft, dass ihre Schule im Jahre 2015 wegen rückläufiger Schülerzahlen geschlossen werden soll.

„Das ist erst der Anfang”

In Windeseile organisierten sich die Betroffenen und bildeten über das Wochenende die Initiative „Pro Bildung”. „Das ist erst der Anfang unseres Widerstandes”, betonte Frank Bender bei der Kundgebung auf dem Marktplatz, während der schriftliche Appell und Unterschriftenlisten verteilt wurden. Darin heißt es: „Der Rat der Stadt Nideggen hat am 17. April beschlossen, die Grundschule Embken auf einer Streichliste zu belassen.

Sie ist damit ab 2015 von der Schließung bedroht. Das Lehrschwimmbecken soll erhalten bleiben, wenn der ehrenamtliche Trägerverein die Verantwortung komplett dafür übernimmt und die Kommune weitere Kosteneinsparungen realisieren kann.” Die Initiative hält diese Entscheidung für unverantwortlich, weil sie ihren Kindern gute Bildungschancen in einer bewährten Schule raubt, Kinder und Familien sozial weiter benachteiligt und die Landflucht aus Nideggen beschleunigt sowie den Standort langfristig schädigt. Selbstverständlich kochen auch Emotionen bei dem Thema hoch.

„Die Grundschule Embken zu schließen, ist politisch Phantasie- und verantwortungslos. Der jahrelange ehrenamtliche Elterneinsatz für die Schule und das Lehrschwimmbecken werden dabei mit Füßen getreten”, so eine aufgebrachte Mutter.

Nach der Kundgebung zog man zur Bürgerbegegnungstätte”, in der zeitgleich die Lenkungsgruppe, die über die Einsparungen der Stadt entscheidet, tagte. Andreas Werner, einer der Köpfe der Initiative, wollte eine von den betroffenen Embkener Schulkinder verfasste Petition überreichen, kam aber sichtlich enttäuscht und unverrichteter Dinge zurück.

„Unsere Bürgermeisterin erklärte, dass es sich um eine nichtöffentliche Sitzung handelt und forderte uns auf, uns einen Termin geben zu lassen”, so Werner. Die Reaktion der Politiker, sorgte für Unverständnis. „Mit dieser Kampfansage an die Nideggener Bürger, wurde die Büchse der Pandora geöffnet”, erklärte Frank Bender. Und weiter: „Weder unsere Bürgermeisterin noch unsere gewählten Volksvertreter im Stadtrat haben es bislang für nötig befunden, Eltern und Bürgern vor Ort über ihre Schulschließungspläne zu informieren. Wer sich deshalb wundert, dass Unruhe entsteht, hat ein merkwürdiges Politikverständnis. Im Fall der Schließung der Grundschule in Embken kommen auf den Trägerverein für das Lehrschwimmbecken neue Risiken zu, denn es ist völlig unklar, wie verlässlich die Politik in Nideggen ist.”

Dass niemand der Lokalpolitiker bereit war auf die Demonstrierenden zuzugehen, kommentierten die aufgebrachten Bürger enttäuscht: „Unsere Politiker sind ja demnächst an ihren Wahlständen - wir auch!” Den Menschen der Initiative „Pro Bildung” scheint es ernst zu sein: „Auch wenn die finanziellen Nöte in Nideggen - wie in anderen Kommunen auch - groß sind, so kann eine Schulschließung nicht die richtige Antwort auf die Misere sein, denn wer die Zukunft seiner Kinder aufgibt, gibt sich selber auf.”
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