Hautpschule „Burgauer Allee”: Vorlesepaten fördern das Lesen

Von: Sandra Kinkel
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Wenn Dr. Hanne Vogt (Mitte) an
Wenn Dr. Hanne Vogt (Mitte) anfängt vorzulesen, hören die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule „Burgauer Allee” der Vorlesepatin aufmerksam zu. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Wenn nur bei einem einzigen Kind, dem ich vorlese, etwas ankommt, dann hat es sich schon gelohnt.” Dr. Hanne Vogt ist eine von 36 Vorlesepaten der Stadt Düren und gehört zu denen, die regelmäßig mit den Kindern und Jugendlichen der Hauptschule „Burgauer Allee” in Düren zusammen arbeitet.

„Unsere Kinder”, so Stefan Wernerus”, Leiter der Schule, „lesen leider sehr schlecht. Schlechter als früher. Häufig sind beide Eltern berufstätig, die Kinder verbringen unendlich viel Zeit vor Fernseher und Computer. Und da bleibt für ein Buch so gut wie überhaupt keine Zeit. Manche Kinder machen ihre einzigen Erfahrungen mit einem Buch hier an der Schule.” Dem wollten der Schulleiter und seine Kollegen Abhilfe schaffen und haben ein umfassendes Konzept zur Leseförderung an der Schule etabliert. „Die Vorlesepaten”, so Stefan Wernerus, „sind ein Teil davon.” Die Schule hat darüber hinaus eine kleine Schülerbücherei eingerichtet und arbeitet eng mit der Kinder- und Jugendbücherei und einer Dürener Buchhandlung zusammen. Stefan Wernerus: „Über 80 Prozent unserer Schüler sind Kinder mit Migrationshintergrund. Viele haben große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Und auch da ist Lesen natürlich enorm wichtig.”

Dr. Hanne Vogt, die selbst auch als Autorin arbeitet, kommt gerne zum Vorlesen an die Hauptschule Burgauer Allee. Sie liest den jungen Leuten alles mögliche vor, manchmal werden auch gemeinsam Hörbücher gehört, manchmal schreiben die jungen Leute auch selber kurze Geschichten.„Wir fühlen uns hier an dieser Schule sehr erwünscht. Das liegt sicher auch daran, dass das die einzige Schule ist, die von sich aus an die Vorlesepaten herangetreten ist und nicht umgekehrt.” Klar weiß Hanne Vogt, dass man sich erst mal Gehör verlassen muss. Und manche der Jugendlichen der Klassen fünf bis sieben sind auch schwierig. „Ich hatte mal eine Gruppe, die redete eigentlich nur vom ersten Verliebtsein. Denen habe ich dann Liebesgedichte von Erich Fried vorgelesen. Und die Jugendlichen waren total begeistert. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können.”

Die Schüler, so Hanne Vogt, seien sehr neugierig. „Manchmal entwickeln sich auch tolle Diskussionen.” Und die Kinder? Die sind wirklich begeistert. „Fast alle”, so Deutschlehrerin Christine Welker, die gemeinsam mit der Kollegin Dilek Gül das Projekt koordiniert, „melden sich, wenn es um einen Besuch mit den Vorlesepaten geht. Und das ist ja hier bei uns eine vollkommen freiwillige Sache für die Schüler.” „Es ist einfach toll, dass sich einer für uns Zeit nimmt”, erklärt Julia Heinrichs (12), was ihr an den Besuchen der Vorlesepaten so gut gefällt. Und Seher Araz ergänzt: „Die Geschichten machen Spaß. Und es ist so schön ruhig beim Vorlesen. Das gefällt mir am besten.” Die Kinder haben zudem die Erfahrung gemacht, dass sie, seitdem die Vorlesepaten an ihre Schule kommen, immer häufiger auch selbst mal zu einem Buch greifen. Marco Kleinertz: „Ich will ja wissen, wie die Geschichten ausgehen. Und deswegen leihe ich mir die meisten Bücher dann aus und lese sie zu Hause zu Ende.”

Ein Satz, der Lehrerin Christine Welker ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. „Das ist doch der beste Deutschunterricht”, so die Pädagogin. „Es ist wirklich toll, dass es die Vorlesepaten gibt.” Übrigens freuen sich Schüler und Vorlesepaten schon auf eine ganz besondere Aktion. Demnächst soll nämlich an der Hauptschule „Burgauer Allee” eine Lesenacht stattfinden. Mit Büchern ohne Ende!
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