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Hauptschule Nörvenich: Droht die Schulschließung auf Raten?

Von: bugi
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Nörvenich. Die Schließung der Nörvenicher Hauptschule im Sommer 2013 wird immer wahrscheinlicher.

Ein ordnungsgemäßer Unterricht bis zum Jahr 2014 sei jedenfalls nicht mehr möglich, hat jetzt die Kölner Bezirksregierung festgestellt. Und die Gemeinde wird in ihrer nächsten Schulausschusssitzung am 6. März nicht umhinkommen, der Schulschließung zuzustimmen.

44 Kinder, so wird prognostiziert, wären 2014 noch in der Schule - zu wenig, um den Betrieb über 2013 hinaus aufrecht zu erhalten. Das Ansinnen der Bezirksregierung, den Betrieb ein Jahr früher einzustellen, ist nicht neu. Dementsprechend hat die Gemeinde Vorarbeit geleistet. So wurden die Eltern befragt, an welcher anderen Schule sie ihre Kinder anmelden würden und wann. Bürgermeister Hans Jürgen Schüller: „Die meisten Eltern haben sich für die Hauptschule in Vettweiß ausgesprochen.”

Ein einheitliches Bild gibt es aber nicht. Die Eltern von Kindern aus Binsfeld präferieren natürlich eher eine Dürener Schule und auch die Hauptschule in Zülpich steht auf dem Zettel. Schüller: „Das wäre für viele Eltern sehr einfach zu realisieren, weil es eine gute Anbindung per Bus nach Zülpich gibt. Allerdings müssten sich die Eltern umstellen, weil die Hauptschule in Zülpich eine Ganztagsschule ist.”

Die Umstellung wäre in Vettweiß nicht nötig, hier fehlt es aber an den Busverbindungen. Die Frage nach dem Wann beantworten die Eltern auch sehr eindeutig: 2014. Wie die Eltern sich aber verhalten, wenn die Schule schon ein Jahr früher schließen muss, kann niemand vorhersagen.

Drei Jahrgänge würde die frühere Schließung treffen, die jetzigen Klassen acht, sieben und sechs. Eltern dieser Kinder kann niemand daran hindern, sich schon zum kommenden Schuljahr nach einer neuen Schule umzuschauen, zumal die Bezirksregierung das sogar empfiehlt.

Gibt es eine kritische Zahl?

„Aus schulfachlicher Sicht”, heißt es da, sei es sinnvoll, „den Schülerinnen und Schülern so bald wie möglich den Wechsel zu einer anderen Schule zu ermöglichen. Die Integration in die neue Umgebung wird um so leichter fallen, je mehr Schülerinnen und Schüler aus der gewohnten Umgebung in Nörvenich zu einer anderen Hauptschule wechseln.” Dann nämlich könne man sich eingewöhnen und habe noch ausreichend Zeit, sich am neuen Standort auf den Abschluss zu konzentrieren.

Das birgt allerdings auch eine große Gefahr: Die „Austrocknung” der Schule und eine noch frühere Schließung. Schüller: „Das Wahlverhalten der Eltern ist die große Unbekannte. Da besteht auch die Gefahr, dass einige Eltern sich früher für eine andere Schule entscheiden.” Ab wann das zum Problem werden könnte, kann Bürgermeister Hans Jürgen Schüller nicht sagen. Schüller: „Die Frage, ob es eine kritische Zahl gibt, die nicht unterschritten werden darf, haben wir der Bezirksregierung natürlich gestellt. Wir haben darauf aber keine Antwort bekommen.”

In Vettweiß dürfte man sich allerdings freuen, wenn aus Nörvenich gleich eine ganze Klasse in die eigene Hauptschule wechseln würde. Das würde den eigenen, gefährdeten Standort sichern. In Vettweiß ist man für diesen Fall gerüstet. Das Angebot, bei einer Schließung der Nörvenicher Schule die Klassen komplett zu übernehmen, hat man unterbreitet, bleibt die Frage, wie die Kinder nach Vettweiß kommen.

Geprüft hat man bisher nur, inwieweit bestehende Busverbindungen bis Gladbach genutzt werden könnten, um von dort per Schulbus weiter befördert zu werden. „Ob wir in so einem Fall auch einen Schülerspezialverkehr einrichten werden, ist noch nicht besprochen worden”, so Karl-Heinz Hassel vom Vettweißer Schulamt.
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